Trio „Sky“ lässt Martinskirche schweben

Das Trio mit Heike Bertram, Vivian Redl und Frank Ebeling bewegte das Publikum in der Martinskirche.
Das Trio mit Heike Bertram, Vivian Redl und Frank Ebeling bewegte das Publikum in der Martinskirche.
Foto: Heinrich Jung
Werner Worschech lud die Sänger zum Auftakt der Reihe „Obertöne vor Ort“ ein. Da Programm zeigte sich mal jazzig, mal barock und mal ernst, mal komisch.

Bottrop..  Erzählt werden kleine und größere Geschichten – über Freude und Trauer, über das Seufzen und den Jubel, über das Aggressive und das Friedliche, über Reduktion und Verstärkung, über Dramatik und Lyrik, über Spannung und Entspannung, über Liebe und Abneigung, über Frage und Antwort. Und all diese gesungenen Stories werden mit drei exzellenten Stimmen vorgetragen: virtuos und intelligent, variabel und unterhaltsam, improvisiert und präzise. Das Trio „Sky“ bewegt sich zwischen Himmel und Erde – und findet einen Klangweg mitten hinein zum Ort, wo es mit seinem Programm „Tongeschichten“ gerade auftritt. Die Martinskirche, leider nicht voll besetzt, scheint mit den Sky-Klängen in ein Zwischenreich zu schweben.

Mehr als nur Vordergründiges

Werner Worschech hatte Heike Bertram, Vivian Redl und Frank Ebeling für seine modellhafte Reihe „Obertöne vor Ort“ eingeladen. Er will künftig das Spektrum bei den Gästen musikalisch erweitern. „Sky“ bot dafür einen pfiffigen Einstieg: Vokales Glitzern und Zwitschern, um menschliche Kommunikation auf die Basis – eben die Stimme – zurückzuführen. Aber wie die drei Solisten die Vokalisen ausführen, das bedeutet große Kunst.

Mal jazzig, mal barock, mal Bach, mal Musik-Theater, mal ernst und mal komisch – das ganze Spektrum von Gefühlen und Verhaltensweisen wird von „Sky“ perfektioniert. Die wandelbaren Stimmen erzählen mehr als nur Vordergründiges. Die Tongirlanden zitieren Dada und Romantik, Moderne und Experiment, Folklore und schräge Ironie. Und doch bleiben die drei Sänger/innen authentisch. Selten einmal bedient Ebeling die Elektronik, um Zusatzeffekte auszuloten.

Das Publikum war begeistert. Der Dank von „Sky“: eine poppig-swingende Version des St. Martin-Liedes. Grandios!

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