Suppenküche Kolüsch in Bottrop deckt die Tische

Grünkphl mit Mettwurst – das gibt’s traditionell am ersten Tag.
Grünkphl mit Mettwurst – das gibt’s traditionell am ersten Tag.
Foto: WAZ FotoPool

Bottrop..  Jetzt, wenn die Temperaturen wieder sinken, öffnet auch wieder ein ganz besonderes „Restaurant“ seine Tür: die Suppenküche Kolüsch. Es ist ein Restaurant für die Armen in der Stadt, ein Restaurant der Mitmenschlichkeit. Hier werden Menschen bewirtet, die kein Obdach haben, Menschen, die mit extrem wenig Geld auskommen müssen, Menschen, die große Probleme – psychische wie körperliche haben. Sie alle erhalten bis zum 14. März in der Suppenküche Kolüsch im Pfarrheim St. Barbara (Unterberg 12 a) an jedem Werktag von 12.30 bis 14 Uhr eine warme Mahlzeit. Und die wird ihnen wie in einem richtigen Restaurant auch am sorgfältig gedeckten Tisch serviert, von vielen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern und von „1,50-Euro-Jobbern“.

Cellist Thomas Beckmann kommt

Wie schwierig die Finanzierung dieses Restaurants der Barmherzigkeit in Zeiten leerer Kassen ist, das wurde bei der Eröffnung gestern deutlich. „Ich bin froh, dass es das überhaupt noch gibt“, sagte der evangelische Pfarrer Ulrich Schulte. Die Evangelische Kirchengemeinde Bottrop unterstützt als Trägerin Kolüsch und die ESG (Evangelische Sozialberatung), die Kolüsch vor 20 Jahren gründete. Schult erinnerte an die vielen Spendern, ohne die das Angebot kaum möglich wäre.

Denn die Stadt wird vom nächsten Jahr an ihren Beitrag kürzen. Aber trotz der Sparbeschlüsse: „Die Suppenküche Kolüsch bleibt bestehen.“ Das stellte Renate Palberg (SPD), Vorsitzende des Sozialausschusses, gestern auch klar. In dieser Wintersaison 2013/14 bleibe es noch bei der finanziellen Hilfe von 8000 Euro, sagte sie gestern den Kolüsch-Gästen, die zum „Eröffnungsessen“ gekommen waren. „Aber ab dem Winter 2014/15 wird der Zuschusse auf 4000 Euro gekürzt.“ Die Stadt hoffe jedoch auf den Koalitionsvertrag in Berlin und auf eine Entlastung der Kommunen. Sollte es die geben, könnten die 4000 Euro vielleicht noch leicht aufgestockt werden. Claudia Kretschmer, Leiterin der ESB, setzt daher noch intensiver auf die Spender.

Ein weithin bekannter Unterstützer hat sich bereits angesagt: Am 29. Januar (20 Uhr) 2014 macht der Cellist Thomas Beckmann auf seiner Tournee „Gemeinsam gegen Kälte“ in der Martinskirche Station und gibt ein Benefiz-Konzert zu Gunsten des Restaurants der Herzen.

 
 

EURE FAVORITEN