Suppenküche beendet Saison

Die letzte Mahlzeit ist verteilt, die Tage werden wärmer, die Suppenküche Kolüsch stellt wie immer nach den kalten Wintertagen den Betrieb ein. Foto: Birgit Schweizer / WAZ FotoPool
Die letzte Mahlzeit ist verteilt, die Tage werden wärmer, die Suppenküche Kolüsch stellt wie immer nach den kalten Wintertagen den Betrieb ein. Foto: Birgit Schweizer / WAZ FotoPool
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Seit Anfang Dezember hat Kolüsch täglich bis zu hundert wohnungslose und arme Menschen mit Essen versorgt. Das Angebot besteht schon seit 19 Jahren.

Bottrop.. Die kalten Wintertage sind vorbei, das letzte warme Essen ist verteilt: Für das Team der Suppenküche Kolüsch ist die Saison beendet. Seit Anfang Dezember hatte das Projekt der Evangelischen Sozialberatung (ESB) täglich bis zu hundert wohnungslosen und armen Menschen ein warmes Essen serviert und soziale Hilfen angeboten.

Das Angebot besteht seit nunmehr 19 Jahren und erfährt breite gesellschaftliche Unterstützung. Die Katholischen Frauengruppen von St. Pius und St. Johannes in Kirchhellen spenden ebenso regelmäßig wie Bürger, Parteien und lokale Unternehmen. „Wir sind jedes Jahr aufs Neue gerührt von der Hilfsbereitschaft der Bottroper“, sagt Sozialarbeiter und ESB-Mitbegründer Wolfgang Kutta. „Neben den vielen Spendern, die uns unterstützen, sind es vor allem auch die vielen kleinen Gesten und Initiativen, die uns in unserer Arbeit bestärken.“

So halfen in diesem Jahr elf Schüler der Marie-Curie-Realschule einmal die Woche bei der Essensausgabe. Damit setzten die 15- bis 17-Jährigen das NRW-weite Schulprojekt „sozialgenial“, das junge Menschen ermutigt, sich bürgerschaftlich zu betätigen, in die gute Tat um. Auch die Kulturkneipe Passmanns zeigte Initiative und lud die Kolüsch-Gäste zum Essen ein.

„Insbesondere in den eiskalten Winterwochen im Februar haben viele Bottroper ein Herz für Menschen in Wohnungsnot gehabt“, berichtet Sozialarbeiterin Claudia Kretschmer. „Wir haben zahlreiche Kleider- und Lebensmittelspenden erhalten.“

Auch kleine Rückschläge wie eine defekte Geschirrspülmaschine konnten das Team aus hauptamtlichen ESB-Mitarbeitern und ehemals wohnungslosen freiwilligen Helfern nicht aus der Fassung bringen, lächelt Wolfgang Kutta: „Dann haben wir halt 100 Teller und Tassen täglich per Hand gespült und abgetrocknet.“ Für Kutta war es die letzte Kolüsch-Saison: Er geht in den Ruhestand.

Gegründet hatte er das Projekt im kalten Winter 1992/1993 gemeinsam mit Claudia Kretschmer als „Bottroper Restaurant der Herzen“. Seitdem ist Kolüsch ein fester Bestandteil im sozialen Gefüge der Stadt geworden. Der Name leitet sich übrigens ab vom französischen Komiker Michel Coluche, der die „Restos du Cœur“ bereits 1985/86 in seiner Heimat ins Leben gerufen hat.

 

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