Streit um Radler in Fußgängerzonen

Norbert Jänecke
Öffnung der Fußgängerzone für Radfahrer? Hier radeln Bezirksvertreter um Bezirksbürgermeister Klaus Kalthoff (4. von links) noch mit.
Öffnung der Fußgängerzone für Radfahrer? Hier radeln Bezirksvertreter um Bezirksbürgermeister Klaus Kalthoff (4. von links) noch mit.
Foto: Winfried Labus/WAZ-FotoPool

Bottrop.  Die Entscheidung der Bezirksvertretung Mitte, die Fußgängerzone nicht unbefristet für Radler zu öffnen, ist auf scharfe Kritik bei Ratsmitgliedern im Verkehrsausschuss gestoßen.

So sagte CDU-Ratsherr Christian Geise: „Das ist nicht nur weltfremd, ich finde, das ist borniert“. Der Vonderorter CDU-Vorsitzende bedauerte, dass es die Bezirksvertreter tagsüber bei der Undurchlässigkeit der City für Radfahrer in Nord-Süd-Richtung belassen. Geise befürwortet die Öffnung der Fußgängerzone. „Alle sagen, es funktioniert“, verwies er auf Stellungnahmen der Fachleute bei Polizei und Stadt.

ÖDP-Ratsherr Klaus Dobrindt warf Bezirksbürgermeister Klaus Kalthoff, der sich der Debatte am Tag nach der Bezirks-Entscheidung im Verkehrsausschuss stellte, daher auch vor, die Ängste mancher Bürger zu verstärken anstatt sie mit dem Wissen der Fachleute zu entkräften. „Sie sagen den Leuten: Radfahrer sind Rüpel“, sagte Dobrindt, der ebenso wie CDU-Ratsherr Geise diese Verallgemeinerung kritisierte. „Sie nehmen in Kauf, dass der Großteil der Radfahrer, darunter auch die vielen Schüler, nicht durch den sichersten Teil der Innenstadt kommen“, wandte sich der ÖDP-Ratsherr an Kalthoff.

Dagegen gestimmt

Grünen-Ratsherr Ulrich Schnirch warf Kalthoff vor, dass er der Kommission, die die Basis für den Titel „Fahrradfreundliche Stadt“ legte, signalisiert habe, für die unbefristete Öffnung der Fußgängerzone für Radler einzutreten. Der Bezirksbürgermeister habe nun aber doch dagegen gestimmt.

Kalthoff wies die Kritik zurück und betonte, dass gerade Eltern von Kleinkindern besorgt sind, wenn Radler die Fußgängerzone durchqueren.