Sprache als Schlüssel zum Integrationserfolg

Christian Vooren

Die Bar „Rogers“ sieht aus wie eine Mischung aus Eckkneipe und American Diner, aus Kitsch und Trend. Ein trefflicher Ort, um über Integration zu reden, fanden die Jusos und hatten zum „Politcafé“ eingeladen. Geplant sei der Themenabend schon seit etwa einem Jahr gewesen, aktuellen Anlass gebe es gleich mehrfach, in Bottrop etwa der angekündigte Bau einer Moschee, hieß es bei der SPD-Jugendorganisation.

Als Referenten waren Dieter Pillath und Ibrahim Yetim eingeladen. Pillath ist Referatsleiter aus dem Bereich Migration der Stadt Bottrop. Yetim ist Landtagsabgeordneter der SPD. Er schilderte die Bemühungen zur Integration auf Landesebene und erzählte auch von seinen eigenen Erfahrungen. So sprach er sich etwa für die Anonymität in Bewerbungen aus, damit Personaler die Identität nicht am Namen festmachen können. Gleichwohl sagte er, dass sich seine „Befürchtung, die Leute würden lieber einen Herrmann als einen Ibrahim wählen, nicht bewahrheitet“ hätte.

Das Themaüberflüssig machen

Sein formuliertes Ziel ist es, „das Thema Migration überflüssig zu machen.“ Im Verlauf der Diskussion zeichnete sich ein Punkt von zentraler Bedeutung ab: die Sprache. Pillath definierte eine „neue Ausgangssituation“, da die Herkunftssprache durch die neuen Medien, also allen voran dem Internet, präsenter denn je sei. Umso wichtiger sei es, über die Arbeit mit den Eltern an die Kinder heranzukommen. Zweisprachige Erziehung sei zwar oft mit guten Absichten verbunden, aber nicht immer richtig umgesetzt. Allein in Bottrop gebe es pro Schuljahr etwa 50 Kinder mit schwerwiegenden Sprachproblemen. Gut gemeint ist eben nicht immer gut gemacht. Als richtigen Weg nannte Pillath situations- oder personengebundenes Lernen. Also solle beispielsweise ein Elternteil türkisch und das andere deutsch sprechen.

Natürlich seien hier nicht nur die Migranten in der Pflicht. Auch Politik, Verwaltung und Gesellschaft hätten ihren Teil beizutragen. Man müsse Kompetenzen bündeln und die entsprechenden Zielgruppen auf Informationswegen erreichen, die sie auch nutzen.

Der Abend geriet zu einer weitgehend sachlich geführten Diskussionsrunde, wenn auch mit wenig neuen Erkenntnissen. Die waren aber auch nicht oberstes Ziel dieses Juso-Politcafés. Dem SPD-Nachwuchs ging es mehr darum, den Dialog zu entfachen und zu erhalten.