Sportlich kommen Schüler in Bottrop jetzt besser voran

Judo an Grundschulen - daran haben viele Schulkinder Freude.
Judo an Grundschulen - daran haben viele Schulkinder Freude.
Foto: WAZ FotoPool
Das Projekt Sportif kommt bei den Grundschulkids in Bottrop bestens an. Jetzt wollen die Macher des Projekts mehr kompetente Partner ins Boot holen.

Bottrop.. Dabei wollen natürlich alle Bottroper Grundschulen mitmachen: Wenn Judo-Weltcup-Sieger Sven Helbig und die Judoka des JC 66 Kindern beibringen, wie sie Angreifer aushebeln und zu Boden werfen, ist das Interesse riesig. „Die Grundschulen finden das so gut, dass sie uns die Bude einrennen“, freut sich Peter Schön, Leiter des Projektes Sportif, das Sportlichkeit von Schulkindern verbessern soll.

Der nächste Schritt

„Das möchten wir auch mit anderen Sportarten versuchen“, kündigte Sportif-Leiter Schön den nächsten Schritt an. Nach dem Futsal-Projekt, bei dem zig Schulklassen dem kleinen Fußball nachjagen, sollen die Schüler nun auch mehr Freude an der Leichtathletik bekommen. Dafür wollen Leichtathletik-Trainer Jörg Lewald und sein Team vom LC Adler sorgen. Auch diesmal sind wieder Sponsoren aktiv. So fördert die Egon-Bremer-Stiftung auch dieses Projekt.

Ohnehin geht es den Sportif-Machern darum, so viele kompetente Partner wie möglich ins Boot zu holen. So werden an der für Mitte Februar anberaumten lokalen Schulsportkonferenz zum Beispiel auch Mitarbeiter des Gesundheitsamtes und des städtischen Migrationsreferates teilnehmen. „Das Gesundheitsamt verfügt durch die regelmäßigen Schuleingangsuntersuchungen über viel Information“, erklärt Schön. So erfahren die Sportif-Macher einfacher, wo und wie sie die Kinder am besten fördern sollten. Das Migrationsreferat wiederum kann helfen bei der Kontaktaufnahme mit eingewanderten Familien. Denn die Kinder in diesen Familien treiben weniger Sport und gehören seltener Sportvereinen an. „Durch Sportif haben wir schon einige Verbesserungen erreicht. In anderen Städten ist dieser Abstand weitaus größer“, erklärt Schön. Ein Beispiel: Vor Beginn des Sportif-Projektes gehörten zehn Prozent der Mädchen aus eingewanderten Familien einem Verein an, jetzt 30 Prozent. Bei Jungen liegt die Quote bei 65 Prozent, im Vergleich zu 77 Prozent bei Kindern aus deutschen Familien.

„Ein Baustein von Sportif ist die Lehrerfortbildung“, betont Schön mit Blick auf die neue Kontroverse um den Sportunterricht an Grundschulen. „Wir wissen ja, dass da viele Kollegen fachfremd Sport unterrichten“. Auf die Frage, ob und zu welchen Bedingungen sie dies jetzt noch dürfen, soll auch die Schulsportkonferenz Antworten geben.

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