So gefährlich kann der Blick aufs Handy am Steuer sein

Der frei laufende Hund, das mit dem Ball spielende Kind: Das  kann alles den Weg kreuzen in der einen Sekunde Ablenkung durch das Handy, warnt die Polizei.
Der frei laufende Hund, das mit dem Ball spielende Kind: Das kann alles den Weg kreuzen in der einen Sekunde Ablenkung durch das Handy, warnt die Polizei.
Foto: WAZ FotoPool
Mit einem Modell auf dem Berliner Platz demonstriert die Verkehrsdirektion, was alles passieren kann in einer Sekunde Ablenkung durchs Handy.

Bottrop.  Einmal nicht auf die Straße geguckt und schon explodiert das Risiko eines Unfalls. Die Nutzung von Handys, Freisprechanlagen oder Navigationsgeräten am Steuer kann gefährlich sein.

Um den Menschen eine Vorstellung von den Gefahren zu verschaffen, hat die Polizei auf dem Berliner Platz im Wortsinn ins Bild gesetzt, was passieren kann in einem Moment, in dem das Handy den Fahrer ablenkt. Die Botschaft: „Eine Sekunde Unaufmerksamkeit bedeutet 14 Meter Blindflug.“

„Ich habe gar nicht telefoniert“ und „Ich habe es nur auf die andere Seite gelegt“, das sind laut Dietmar Laschinski, erster Polizeihauptkommissar von der Verkehrsdirektion, die häufigsten Ausreden der Autofahrer. Schaut ein Fahrer aufs Handy und wird dabei erwischt, kann ihn das 60 Euro und einen Punkt in der Flensburger Verkehrssünderkartei kosten. Bei schweren Unfällen mit Todesfolge, bei denen das Handy die Ursache gewesen sein könnte, geht es vor Gericht um fahrlässige Tötung; die kann mit einer Freiheitsstrafe bestraft werden.

Laschinskis Appell: „Wenn es klingelt, einfach klingeln lassen. Lieber zu einem geeigneten Zeitpunkt rechts ranfahren und den Motor ausschalten“. Er sagt „Diese Botschaft verstehen alle“, und deutet auf die 14-Meter-Strecke mit den denkbaren Hindernissen auf dem Platz.

„Ich bin erstaunt, dass 14 Meter so lang sind“ sagt Peter Smok, nachdem er die Matte gesehen hat. .Smok besitzt schnurlose Kopfhörer. Er kann, wenn er auf seinem Fahrrad zur Arbeit fährt, per Sprachsteuerung Befehle geben und muss somit gar nicht die Hände vom Lenker nehmen. Patricia Jaskolski ist ebenfalls meist auf dem Fahrrad unterwegs und berichtet: „Es gibt nicht einen Tag, an dem ich nicht in eine kritische Situation durch einen unaufmerksamen Autofahrer gerate.“

Manfred Flegel ist Kraftfahrer von Beruf und prinzipiell gegen die Handynutzung am Steuer. „Für mich gehören Handy und Freisprechanlage verboten, denn man ist doch bei beiden mit dem Kopf im Gespräch und nicht auf der Straße“. Laschinski will so weit nicht gehen. Er glaubt, dass die Freisprechanlage wohl nicht vom Gesetzgeber verboten werden wird, denn sie sei die einzige Möglichkeit für den Fahrer, zu telefonieren und beide Hände am Steuer zu lassen.

 
 

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