Bottrop

Sie kennen die versteckte Not und helfen

Die Caritas ehrte jetzt Helferinnen des Sozialauschusses in der Gemeinde Heilige Familie Grafenwald.
Die Caritas ehrte jetzt Helferinnen des Sozialauschusses in der Gemeinde Heilige Familie Grafenwald.
Foto: Michael Korte
Warum sich Frauen in einer Kirchengemeinde engagieren. Ein Beispiel für den ehrenamtlichen Einsatz aus dem Sozialausschuss der Caritas in der Hl. Familie in Grafenwald.

Bottrop.  . Seit über 40 Jahren engagieren sich Ursula Eulering und Agnes Wessenbom im Sozialausschuss der Kirchengemeinde Hl. Familie in Grafenwald. Sie haben den Ausschuss im Jahr 1971 mitgegründet und erhielten jetzt im Pfarrheim die Goldene Caritasnadel.

„Manche Menschen wissen nicht, wie wichtig sie sind“, meinte Gerburg Schwering, Diözesanvorsitzende der Caritaskonferenzen Deutschlands, auf der Feierstunde. Aber die an dem Nachmittag ausgezeichneten, insgesamt 29 Helferinnen wüssten es jetzt, ergänzte sie.

„Ich wollte einfach helfen und habe nicht lange überlegt“, erinnert sich Ursula Eulering an den Beginn ihres Einsatzes. Der besteht unter anderem aus den Caritassammlungen. „Von Tür zu Tür zu gehen, ist gar nicht so einfach“, sagt die 76-Jährige. Es sei schwierig, hierfür junge Nachfolger zu finden. Etwas anders sei es bei der Seniorenarbeit, „denn die wollen alle gerne machen“. Diese kam später als Aufgabe des Ausschusses hinzu, der sich von Anfang an um die Weihnachtspäckchen kümmerte. Auch Besuche im Krankenhaus seien ein wichtiger Aspekt.

Gut vernetzt

„Es gibt viel versteckte Not“, sagt Ursula Eulering, und Sabine Cremer vom Fachdienst Gemeindecaritas im Dekanat Dorsten stimmte zu. Teilweise werde der Ausschuss auf solche Notlagen aufmerksam. Es gebe auch Anrufe von Menschen in Not. In jedem Fall bleibe das gesammelte Geld in der Gemeinde. Der persönliche Kontakt, bei Bedarf Fragen beantworten zu können, ist der 76-Jährigen dabei wichtig. „Es ist gut, wenn man vernetzt ist“, ergänzten beiden Frauen. Das sei „sehr hilfreich“.

Die größte Veränderung in der Arbeit des Sozialausschusses hat sich in den vergangenen Jahren durch die ausgeweitete Seniorenarbeit ergeben. Urlaubsfahrten gehören inzwischen dazu, aber auch die einmal monatlich angebotenen Seniorennachmittage. Tische decken, dekorieren, Speisen und Getränke vorbereiten, darum kümmert sich dann auch Anni Langweg. Seit neun Jahren arbeitet sie im Sozialausschuss mit. Ursula Eulering hatte sie gefragt, sie ob sie dort eine Aufgabe übernehmen wolle. Wegen anderer Verpflichtungen habe sie nicht sofort zugesagt. Aber auch Anni Langweg hat inzwischen erlebt, wie wichtig ihre Arbeit ist. „Man bekommt viel zurück“, sagt die 65-Jährige. „Die Arbeit gibt mir viel. Die Gemeinschaft in der Gruppe ist mir wichtig und dass wir ein gutes Miteinander haben“, meint Annette Stricker, bereits seit 21 Jahren dabei.

43 Mitglieder bilden heute den Sozialausschuss, mehr seien es nie gewesen, weiß Ursula Eulering. Aber: „Es ist schwierig, junge Leute zu gewinnen“, erklärte die Mitgründerin. Daher wird der langjährige Einsatz umso wichtiger. Daher ehrte die Caritas weitere Frauen für ihre 25-jährige Treue und Tätigkeit: Elsbeth Bode, Anni Brinkert, Gerda Jandewerth und Maria Kemming erhielten die silberne Ehrennadel. Zehn weitere Frauen bekamen für mehr als 20 Jahre Zugehörigkeit das Elisabeth-Kreuz plus Urkunde, 13 Frauen für ihre zehnjährige Mitgliedschaft die CKD-Anstecknadel.

Um auch Jüngere für dieses Ehrenamt zu finden, möchte die Caritas neue Aufgabenfelder erschließen. „Da ist etwas im Umbruch“, stellt Sabine Cremer fest. Zum Beispiel wolle die Caritas neue Helfer jetzt gezielt für einzelne Bereiche suchen, etwa für die Hausaufgabenhilfe.

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