Schützenvogel ist fertig für den Abschuss

Franz Bloch baut seit 30 Jahren Schützenvögel. Die etwa acht Kilogramm schweren Objekte werden aus massivem Holz gedrechselt.
Franz Bloch baut seit 30 Jahren Schützenvögel. Die etwa acht Kilogramm schweren Objekte werden aus massivem Holz gedrechselt.
Foto: Winfried Labus/WAZ-FotoPool
Seit mehr als 30 Jahren baut Tischler Franz Block die Holzfigur für die Alten Allgemeine Bürgerschützengesellschaft. Auch dieses Jahr nimmt der 81-Jährige den Adler selbst ins Visier.

Bottrop..  Bereits zum 17. Mal baut Franz Bloch den großen Vogel für das Schützenfest der Alten Allgemeinen. 42 Stunden hat der 81-jährige Tischlermeister hinter seiner Werkbank im Kreis Borken gestanden und an dem Vogel gearbeitet. Nun ist er fertig: ungefähr acht Kilogramm schwer, Spannweite 1,3 Meter, 80 Zentimeter hoch, Rumpfumfang knapp 17 Zentimeter.

Jedes Jahr wird der majestätische Adler mit Krone und Zepter nach dem selben Muster gebaut. Doch da es sich um Handarbeit handelt, ist jeder Vogel doch ein Unikat. Franz Bloch muss sich an die vom Innenministerium vorgegebenen Richtlinien halten. Der Vogel kann nicht frei gestaltet werden. So ist die Spannweite auf 130 Zentimeter beschränkt, und die Flügel müssen zwei Zentimeter dick sein. Außerdem wird darauf geachtet, dass keine Nägel verwendet werden, denn an diesen könnte eine Kugel als Querschläger abprallen.

Eine Art Hobby

Zur Verabschiedung des alten Königspaares hat Franz Bloch außerdem einen kleineren Vogel als Präsent gebaut. Auch der wird aus mehreren Holzblöcken gefertigt. Der eigentliche Körper des Adlers entsteht aus einem großen Stück. Krone und Zepter drechselt der Tischlermeister aus kleineren Holzstücken. Dann wird der Schützenvogel aus allen Einzelteilen zusammengebaut, gemäß der Vorschriften und ohne die Verwendung von Nägeln. Am Schluss folgt die Lackierung.

Für Franz Bloch ist das Bauen des Schützenvogels eine Art Hobby. Die Kosten für das verwendete Holz, größtenteils Fichte, ersetzt die Alte Allgemeine selbstverständlich.

Franz Bloch entstammt einer Försterfamilie aus dem Sudetenland. Im April 1947 floh er aus der damaligen Tschechoslowakei und begann eine Lehre als Mühlenbauer und später als Tischler. Er arbeitete unter anderem unter Tage in Gelsenkirchen und als Maschinenschreiner bei Krupp. 1962 legte er in Düsseldorf seine Prüfung zum Tischlermeister ab, 2012 erhielt er den Goldenen Meisterbrief .

Seit 1978 ist Franz Bloch Mitglied der Dritten Kompanie der Alten Allgemeinen. 1981 baute er den Schützen seinen ersten Vogel. Der diesjährige Adler ist „bereits mein 17. großer Vogel,“ sagt Franz Bloch sichtlich stolz.

Doch all die Arbeit, Zeit und Leidenschaft, die Franz Bloch in den Bau des Vogels gesteckt hat, hindern ihn nicht daran, am Wochenende selbst auf ihn zu schießen. Er vergleicht sich da mit einem Bäcker, der ja schließlich auch das Brot esse, das er zuvor selbst gebacken hat. Dafür sei der Vogel schließlich da. Obwohl ihm nach der Arbeit in der Werkstatt die Beine weh tun, hofft Franz Bloch, noch lange gesund genug zu sein, um auch künftig die Schützenvögel bauen zu können.

 
 

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