Schüler feiern das Opferfest nach

Die Hauptschule Welheim feierte das islamische Opferfest nach. Die „Dancer of Anatolia“ begeisterten die Zuschauer mit ihren Volkstänzen.
Die Hauptschule Welheim feierte das islamische Opferfest nach. Die „Dancer of Anatolia“ begeisterten die Zuschauer mit ihren Volkstänzen.
Foto: WAZ FotoPool

Songül Sakliarar hat sich große Mühe gemacht. Gleich vier hausgemachte Gerichte hat die Mutter für die Schulfeier des Opferfestes vorbereitet. Darunter das türkische Nationalgericht „Kisir“, ein vegetarischer Salat, und ein Reisgericht namens „Pilav“. Die Gäste erfreuen sich am vielfältigen Essensangebot und greifen gerne zu.

„Es ist eine Selbstverständlichkeit, dass auch islamische Festtage an unserer Schule Berücksichtigung finden“, sagt Schulleiterin Elke Rosner. Seit über 20 Jahren organisiert die Hauptschule Welheim in Zusammenarbeit mit den umliegenden Gemeinden interkulturelle Gottesdienste und setzt sich für eine verbesserte Völkerverständigung ein.

In etwa so wie Weihnachten

In dieser Tradition feierten die Jahrgänge Fünf bis Sieben am Samstag das islamische Opferfest in der Schulaula nach. Das Rahmenprogramm bildeten verschiedene Aufführungen und ein gemeinsames Essen. Eltern hatten sich bereit erklärt, hausgemachte orientalische Spezialitäten zu servieren. „Ohne die Mithilfe der Familien hätten wir die Veranstaltung gar nicht durchführen können“, betonte Lehrer und Initiator des Festes, Mehmet Yildirim. Eine Bottroper Tanzgruppe begeisterte mit türkischen Volkstänzen. Schülerinnen und Schüler des siebten Jahrgangs trugen Gedichte vor.

Das Opferfest gehört mit dem Fastenbrechen zu den wichtigsten islamischen Feiertagen. Die Feierlichkeiten gehen auf eine Erzählung zurück, die ihre Entsprechung sowohl im Koran als auch in der Bibel findet. Nach muslimischer Überlieferung wird des Propheten Ibrahim gedacht, der von Allah auf die Probe gestellt wird: Um seine Gottestreue zu beweisen, soll er seinen Sohn Ismael opfern. Bevor er sein Vorhaben jedoch in die Tat umsetzen kann, gestattet Allah ihm, ersatzweise ein Tier zu opfern.

Weil das Fastenbrechen in den letzten Jahren in die Schulferien fiel, hatten sich Eltern dafür eingesetzt, jetzt zum ersten Mal eine Feier des Opferfestes auszurichten. „Für den Islam ist das Opferfest in etwa so wie Weihnachten für das Christentum“, erklärte Mehmet Yildirim den hohen Stellenwert des Feiertages. Es würden Verwandte besucht, Kinder erhielten Taschengeld und Geschenke. Yildirim bedauerte: „Leider sind nur wenige deutsche Eltern und Schüler der Einladung gefolgt.“

Dennoch sei die Hauptschule Welheim ein Beispiel für gelungene Integration, so Schulleiterin Rosner. „Schüler aus 18 verschiedenen Nationen werden hier unterrichtet. Bunter geht es nicht. Trotzdem gibt es fast nie Fälle von Gewalt und Vandalismus.“

 
 

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