Schleichender Abschied von der Glühbirne

Matthias Düngelhoff
Foto: WAZ FotoPool

Bottrop. Anfang September werden die ersten herkömmlichen Glühlampen aus dem Verkehr gezogen. Trotzdem beobachten die Bottroper Händler keine Hamsterkäufe. Viele Kunden seien schon lange vorher zum Kauf von Energiesparlampen übergegangen. Trotzdem gibt es auch Kritik an der EU-Verordnung.

Noch rund zwei Wochen, dann beginnt das langsame Verglühen der Glühlampe. Mehr als 100 Jahre hat sie ihr behagliches Licht in den Häusern verbreitet. Aber damit ist zum ersten September Schluss. Zunächst wird die Produktion der 100-Watt-Leuchte und der matten Leuchten eingestellt. Nach und nach läuft bis 2012 auch die Produktion der anderen Glühbirnen aus. Das ist die Konsequenz einer EU-Verordnung. Statt der althergebrachten Birnen sollen die Verbraucher moderne Energiesparlampen kaufen.

Steigendes Interesse

Das sei aber schon seit längerem ein Trend, hat Mike Hahnel von der Lampenabteilung des Toom-Baumarkts beobachtet. „Seit gut anderthalb Jahren steigt das Interesse an Energiesparlampen.” Aber einige Verbraucher gingen sogar schon weiter: „Auch die LED-Technik wird immer wieder nachgefragt.” Guten Gewissens empfehlen kann der Experte diese Technik allerdings noch nicht. „Sie ist noch nicht vollkommen ausgereift. Das dauert sicher noch einige Jahre. Aber dann wird sie aller Voraussicht nach die Energiesparleuchte als Standard ablösen”, vermutet Hahnel.

LED als Licht der Zukunft

Ähnliches glaubt auch Stefan Schwanewilm. Der Inhaber des Geschäfts „design in licht” geht sogar noch einen Schritt weiter: „Man hätte das Verbot der Glühbirnen noch rund fünf Jahre zurückstellen sollen. Dann wäre die LED-Technik ausgereift und man hätte die LEDs zum Standard machen können.” Ob Energiesparlampen tatsächlich der Weisheit letzter Schluss seien, bezweifelt er. „Natürlich verbraucht sie weniger Strom als herkömmliche Birnen, ist aber in der Anschaffung teurer. Außerdem verbraucht die Produktion dieser Leuchten viel Energie, und kaputte Leuchten müssen als Sondermüll entsorgt werden.” Dagegen seien LEDs effizienter, hätten eine längere Lebensdauer und seien recyclebar.

Energiesparlampen sehen unattraktiv aus

Hinzu komme bei den Energiesparleuchten das Problem der Optik. Gerade in klassischen Kronleuchtern oder Designerlampen sehen sie nicht gut aus. Das weiß auch Schwanewilm, der in seinen Geschäft auch exklusive Leuchten anbietet. Allerdings habe die Industrie für solche Fälle bereits eine Lösung parat. Die Leuchte in der klassischen Birnenform mit einem Unterschied: In diese Birne ist eine Halogenleuchte hineinmontiert. „Das gibt es auch für Kronleuchter in der klassischen Kerzenform.” Auch was die Dimmbarkeit der Energiesparlampen angeht, kann Schwanewilm seine Kunden beruhigen. „Es gibt inzwischen Energiesparleuchten, die diese Technik können.”

Produktionsverbot ist kein Verkaufsverbot

Letztlich müssten sich jedoch die Verbraucher keine Sorgen machen, glaubt Karstadt-Filalgeschäftsführer Peter Klingebiel. „Zunächst einmal geht es um ein Produktionsverbot, nicht um ein Verkaufsverbot. Das heißt, die Lagerbestände dürfen abverkauft werden.” Eine verstärkte Nachfrage hat Klingebiel bisher jedoch nicht festgestellt. „Hamsterkäufe gibt es nicht.”

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