Schätze aus 100 Jahren Wohnkultur

Das Second-Hand-Warenhaus „Allerhand aus zweiter Hand" hat neue Räume an der Gladbecker Straße bezogen. Inhaberin Martina Peukert mag es, alten Dingen neuen Glanz zu verleihen.
Das Second-Hand-Warenhaus „Allerhand aus zweiter Hand" hat neue Räume an der Gladbecker Straße bezogen. Inhaberin Martina Peukert mag es, alten Dingen neuen Glanz zu verleihen.
Foto: Michael Korte
Schätze und Schätzchen sind es oftmals wahrlich, die Martina Peukert und Inge Barth seit nunmehr elf Jahren aus Haushaltsauflösungen zusammentragen, um sie in ihrem Second-Hand-Laden anzubieten. Jetzt zogen die beiden in neue Räumlichkeiten - größer und barreirefrei. Zur Neueröffnung gibt’s auch ein neues Konzept.

Bottrop..  „Hier gibt es so wunderbare und außergewöhnliche Dinge!“ Voller Begeisterung stöbert Sabine Arnold in all den Schätzen im originellen Warenhaus „Allerhand aus zweiter Hand“. Denn Schätze und Schätzchen sind es oftmals wahrlich, die Martina Peukert und Inge Barth seit nunmehr elf Jahren aus Haushaltsauflösungen zusammentragen, um sie in ihrem Second-Hand-Laden anzubieten. In neuen Räumlichkeiten unweit des bisherigen Ladenlokals - dafür aber größer und barrierefrei - gab es gestern die große Neueröffnung im Eigen.

In Scharen sind die Kunden an diesem Morgen gekommen, darunter viele Stammkunden wie Sabine Arnold. „Hier finde ich immer irgendwas“, so die Batenbrockerin. Heute hat es ihr eine flexible Gießkanne für den Friedhof angetan. Und ein rundes Teil mit Löchern drin. „Was das wohl mal war?“, fragt sich die Kundin. „Das ist total schön. Ich würde es als Obstschale verwenden.“ Auch Sabine Renz-Peters lockt die Schatzkiste an der Gladbecker Straße immer wieder. „Es ist toll, was es hier alles gibt“, so Sabine Renz-Peters. „Eigentlich hab’ ich die Schränke voll, aber ich liebe einfach all die alten Sachen.“ Heute liebäugelt sie mit einem blau-gemusterten Service aus den 60er Jahren.

„Wir haben es in den vergangenen Jahren geschafft, Second-Hand aus der Schmuddelecke herauszuholen“, freut sich Inhaberin Martina Peukert. „Mit einem neuen Konzept, möchten wir nun aber auch junge Leute erreichen, die auf Nachhaltigkeit und das Schonen von Ressourcen setzen. Denn Second-Hand hat auch kreative und alternative Seiten.“ Und so wähnt man sich auf den rund 500 Quadratmetern Verkaufsfläche mitunter in einem Museum für Wohnkultur. der vergangenen 100 Jahre. Da stehen in schrillem Orange stylische Sessel aus den 70er Jahren neben einer gediegenen Sitzgruppe aus den 50ern - dekoriert mit Perserteppich, Kristallgläsern, Leuchtern und stilvollem Porzellan.

Da gibt’s Badewannen und Kuchenformen aus Zink, ein Kunstobjekt des Bottroper Künstlers Gregor Hubermann, aber auch Bekleidung, Bücher, Lampen, Geschirr, Bilder, alte Koffer und Nähmaschinen sowie Sessel aus den 40er Jahren mit schmuddeliger Patina. „Das darf aber so sein“, so Inge Barth schmunzelnd. In einer kleinen abgetrennten Nische finden sich verschiedene Devotionalien - Kreuze, Engel, betende Hände. Und im Schaufenster ziehen Originale des Shabby Chic - englischer Landhausstil aus den Jahren 1910 bis 1960 - die Blicke auf sich. „Der Schwerpunkt des Sortiments liegt auf dekorativen Artikeln“, so Peukert. „Wir stellen die alten Dinge in einen neuen Zusammenhang, so dass sie wieder Wert besitzen.“

„Upcycling“ und Kunsthandwerk

Aus alten Dingen, etwas Neues machen. Im Bereich des „Upcyclings“ finden sich zahlreiche Angebote in dem Second-Hand-Laden, so ein Tisch aus alten Brettern eines Kellerverschlags. Es gibt auch eigene Kreationen von Inge Barth, wie Bilder aus alten Briefmarken oder Mobiles. Info: www.allerhand-bottrop.de, 02041-773270

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