Schaben und Käfern auf der Spur

Mittels Monitorfallen mit Klebeflächen ködert Andreas Kreul Insekten aller Art.
Mittels Monitorfallen mit Klebeflächen ködert Andreas Kreul Insekten aller Art.
Foto: WAZ FotoPool
Er ist ihnen auf der Spur, kennt ihre Vorlieben, Eigenarten und Lieblingsplätze. Schaben, Asseln, Ameisen, Käfer, Ratten, Mäuse und Wespen haben keine Chance, wenn Andreas Kreul anrückt. Der 58-Jährige ist Schädlingsbekämpfer und versucht, die chemische Keule möglichst zu vermeiden.

Bottrop..  Er ist ihnen auf der Spur, kennt ihre Vorlieben, Eigenarten und Lieblingsplätze. Schaben, Asseln, Ameisen, Käfer, Ratten, Mäuse und Wespen haben keine Chance, wenn Andreas Kreul anrückt. Der 58-Jährige ist Schädlingsbekämpfer. Im Sinne des Gesundheits- und Vorratsschutzes sowie zur Vorbeugung ist er in Privathaushalten, Lebensmittelhandel, Altenheimen und Firmen aller Art im ganzen Ruhrgebiet unterwegs, um Schädlinge zu bekämpfen - nach ökologischen Gesichtspunkten.

„Denn es muss nicht immer die chemische Keule sein, um einer Plage Herr zu werden“, stellt der Bottroper fest und nennt das Beispiel Wespen: „Sie suchen sich Hohlräume in Dächern und Vordächern und verbreiten Angst.“ Gemeinsam mit einem Freund versucht er die Nester stets in dessen großen Garten umzusiedeln, wo sie niemanden stören. „Schließlich wollen die Tiere auch leben.“

Auch Kaninchen oder Marder, die es sich in Gärten oder auf Dachböden gemütlich machen wollen, versucht Kreul schlichtweg zu verdrängen. „Mit ätherischen Ölen, deren Duft die Tiere nicht mögen, kann man viel erreichen“, stellt Kreul fest. So schonend kann der Kammerjäger jedoch nicht vorgehen, wenn beispielsweise eine komplette Wohnung mit Flöhen verseucht ist oder er von einem verzweifelten Vermieter in eine völlig verwahrloste Wohnung gerufen wird, in der sich Fliegen, Käfer und Schaben in Massen tummeln. „Solche Fälle sind jedoch sehr selten“, betont Kreul und dann stoße er natürlich an die Grenzen der Ekligkeit.

Stets gelte, zunächst die Ursache für den Schädlingsbefall zu finden. „Oft erübrigt sich dann auch schon die chemische Keule.“ So wurde er beispielsweise zu einer älteren Dame gerufen, die plötzlich unzählige Käfer in ihrem Schlafzimmer hatte. „Die Ursache war ein vergessenes Kirschkernkissen im Nachtisch“, erinnert sich Kreul und fügt schmunzelnd hinzu. „Kissen weg, Schädlinge weg.“

Geregelte Arbeitszeiten kennt der Schädlingskämpfer nicht. Manchmal komme sogar nachts ein panischer Hilferuf. „Aber so lustig ist es ja nun nicht, wenn einem auf dem Weg zur Toilette plötzlich eine Ratte begegnet.“ Und um die zu erwischen, musste er sogar eine Einbauküche abbauen. „Das Tier hatte sich in der Isolierung der Spülmaschine versteckt.“ Wenn Kreul wegen Ratten ausrücken muss, ist deren Bekämpfung meist nur das geringste Problem. „Die Tiere kommen oft durch kaputte Abwasserrohre. Und ohne deren Reparatur, wird man der Plage nicht Herr.“Grundsätzlich rät der Fachmann, bei Schädlingsbefall schnell zu handeln. „Schämen und Schweigen ist der falsche Ansatz. Besser ist es, zügig professionelle Hilfe zu suchen.“

Viele Weiterbildungsmaßnahmen

Zunächst hatte Andreas Kreul in Möbelspedition und Lebensmittelgroßhandel gearbeitet. Als sein Freund Karlfried Wasel aber einen Nachfolger für seinen Betrieb suchte, stieg Kreul dort ein. Als IHK-geprüfter Schädlingsbekämpfer nutzt er weiterhin viele Weiterbildungsmaßnahmen. „Denn es gibt immer neue Erkenntnisse“, so Kreul. Info: 790817, www.wasel.org

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