„Ruhrgebeat“ rockt die Kulturkirche

Von Anfang an lag am Samstagabend Spannung in der Luft in der Kulturkirche Heilig Kreuz: Mit der imposanten Architektur der Kirche im Hintergrund, machte sich auf und vor der Bühne Stimmung schon eine gute Stunde vor dem offiziellen Beginn der Veranstaltung breit. In der bis auf den letzten Platz gefüllten Kirche erwartete die Zuschauer dabei eine bunte und vor allem mitreißende Reise durch die Welt der Rock- und Popmusik - präsentiert vom Rockorchester „Ruhrgebeat“.

Das parabelförmige Gebäude wurde dabei passenderweise mit einer stimmungsvollen und ganz und gar kirchenuntypischen Beleuchtung auf das folgende Programm vorbereitet: Wie in einem Club verschwammen im Schein den blauen und roten Strahlern die Grenzen zwischen dem Sakralbau und einem waschechten Musikclub. Ähnlich präsentierte sich dann das folgende Programm auf der Bühne: Auch hier verliefen die Grenzen zwischen klassischem Orchester und einer Rock- und Popband stets fließend.

So hatte „Ruhrgebeat“ für den Auftakt auch direkt einen mehr als passenden Titel ausgewählt: Mit Madonnas Welthit „Like a Prayer“, der, passend zum kirchlichen Hintergrund, mit Klängen der Popmusik die Liebe eines Mädchens zu Gott thematisiert, legte das Ensemble direkt einen kraftvollen Start an den Tag - und baute damit nicht nur musikalisch gleich einen deutlichen Bezug zu der eher ungewöhnlichen Veranstaltungsstätte auf. Auch mit dem zweiten Titel, der sanften Popballade „Angels“ von Robbie Williams blieb sich das Orchester thematisch treu und präsentierte gesanglich und musikalische seine enorme Bandbreite.

Einzig das Publikum brauchte eine ganze Weile zum auftauen: Zum Start hielten sich die Besucher bei der durchaus souligen und mitreißend vorgetragenen Version von Madonnas bis jetzt meistverkauftem Song noch etwas zurück, obwohl die „Queen of Pop“ selbst ihren Titel wohl kaum hätte kraftvoller rüberbringen können. Beim Williams-Titel konnten dann aber selbst die zurückhaltensten Besucher kaum mehr an sich halten.

Spätestens nach dem vierten Song war dann aber das Eis endgültig gebrochen: Fast alle Gäste konnten sich dem Swing von Christian Müller-Espey, der auch die Moderation des Abends übernahm, zwar ohne die typischen Hüftschwung, bei seinem mit viel Leidenschaft vorgetragenen Elvis-Presley-Cover von „Suspicious Minds“ nicht mehr entziehen.

Zweites Format

Fast alle Besucher klatschten mit und verbreiteten auch auf den Plätzen im Gotteshaus Konzertstimmung. Die Zuhörer bewegten sich nicht nur im Tak, sondern steigerten auch deutlich hörbar ihren Applaus.Diesen Schwung will das Orchester nun mit in das Jahr 2016 nehmen: Das neue Format „Glockenrock“ soll sich künftig fest neben dem bisherigen Sommerformat von Ruhrgebeat, dem traditionellen „Haldenglühen“ auf Pros-per-Haniel, etablieren.

 

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