Rosenmontag kommen die ersten Gäste

Einige der künftigen hauptamtlichen Mitarbeiter im Treppenhaus des neuen Hospizes:  Christoph Voegelin, Gisela Mikki, Margarete Krettek, Bettina Allkemper und Paul Mensing-Göke (v.l.).
Einige der künftigen hauptamtlichen Mitarbeiter im Treppenhaus des neuen Hospizes: Christoph Voegelin, Gisela Mikki, Margarete Krettek, Bettina Allkemper und Paul Mensing-Göke (v.l.).
Foto: Winfried Labus / FotoPool

Bottrop..  Am 3. März nimmt das neue Hospiz an der Osterfelder Straße die ersten Gäste auf. Dass an diesem Tag ausgerechnet Rosenmontag und damit Höhepunkt der Karnevalssaison ist, stört die neue Crew der hauptamtlich Tätigen überhaupt nicht. „Wir arbeiten zwar in einem Haus, das Menschen in ihrer letzten Lebensstation bis zum Ende betreut, aber ein Hospiz soll kein trauriges Haus des Todes sein, sondern ein Ort, in dem auch gefeiert werden darf“, sagt Christoph Voegelin.

Er leitet künftig das stationäre Hospiz das zunächst Platz für acht Schwerstkranke bietet. Und mittlerweile ist auch das Team der künftig hauptamtlich dort arbeitenden Kollegen und vor allem Kolleginnen vollständig. Elf Krankenschwestern werden ab März in der Pflege tätig sein, dazu kommt eine halbe Verwaltungsstelle und der Geschäftsführer Paul Mensing-Göke. Auch Voegelins Stelle ist gesplittet, halb Leitung, halb Pflege.

Tolle Chance für kompletten Neustart

Etwas nervös ist nicht nur der neue Chef, bevor das Hospiz endgültig an den Start geht. Auch seine künftige Stellvertreterin Bettina Alkemper oder Krankenschwester Gisela Mikki, die von der chirurgischen Station des Knappschaftskrankenhauses zum Hospiz wechselt, teilt die Aufregung mit ihren künftigen Teamkollegen. Mit der fachlichen Pflege von Kranken ist sie seit vielen Jahren vertraut. „Auch Sterbende habe wir oft betreut, denn die Station verfügt über ein Sterbezimmer für den letzten Lebensabschnitt von Patienten“, sagt die Bottroperin, die sich jetzt beruflich ganz bewusst noch einmal umorientiert hat.

„Ein neues Haus mit einem neuen Team sozusagen von der Pike auf mit auf zu bauen bietet sich nicht so oft und es ist eine echte Chance, aus dem Wissen der vergangenen Jahre heraus die letzte Zeit für die kranken Gäste umfassend positiv zu gestalten“, so Gisela Mikki.

Offiziell angestellt sind alle Hauptamtlichen ab dem 17. Februar. Zwei intensive Wochen bleiben dann noch, um das Haus endgültig startklar zu machen, sich zusammen zu raufen, Ideen auszutauschen und das Hospiz funktionstüchtig herzurichten.

Auch Bettina Alkemper ist examinierte Krankenschwester und arbeitete 21 Jahre im Knappschaftskrankenhaus. 16 Jahre wirkte sie dazu in der ambulanten Hospizgruppe, so dass der stationäre Betrieb zumindest inhaltlich kein Neuland für sie darstellt. „Es ist eine innere Haltung, die man für die Hospizarbeit mitbringen muss“, so die Bottroperin. Das Krankenhaus habe das Ziel, zu heilen, „im Hospiz willst du helfen, das Leben Todkranker würdig bis zum Ende zu begleiten“.

Diese Teamarbeit wirkt sich bis in die Verwaltung aus. Für Margarete Krettek, die zuvor in einer Arztpraxis und zuletzt in der Verwaltung des Marienhospitals arbeitete, scheint es selbstverständlich, das im Hospiz der Kontakt zu den Gästen nicht am Schreibtisch endet. „Eine tolle Chance für uns alle.“

Ehrenamtliche Mitarbeiter weiter gesucht

Wenn am 23. Februar das Hospiz offiziell eröffnet, sind die neuen hauptamtlichen Mitarbeiter bereits ein Woche unter Vertrag. Die Nachfrage nach den Stellen, vor allem für den medizinisch-pflegerischen Bereich, sei außerordentlich groß gewesen, so der künftige Leiter Christoph Voegelin. Weit über 100 Bewerbungen habe er mit Vorstand und Geschäftsführung gesichtet - viele davon auch aus den Nachbarstädten und der Region.

Auch für die Verwaltungsstelle habe es eine ganze Anzahl von Initiativbewerbungen gegeben, obwohl diese Stelle noch nicht einmal ausgeschrieben gewesen sei. Die 14 Hauptamtlichen des neuen Hospizes besetzen zusammen 9,1 Stellen. Für die acht Betten des Hauses werden jeweils zwei Hauptamtliche tagsüber, eine Fachkraft nachts anwesend sein. Dazu kommen ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die nach Lehrgängen zum Teil die Gäste mitbetreuen aber auch andere Tätigkeiten, zum Beispiel in Küche oder Garten übernehmen wollen.

Bis jetzt haben 23 neue Ehrenamtliche einen Kurs in der ambulanten Hospizgruppe abgeschlossen (die WAZ berichtete). Zehn weitere Teilnehmer haben sich bereits für einen Kurs im März angemeldet. Interessenten können sich gerne beim Hospiz oder ambulanten Hospizgruppe melden und sich über die Arbeit informieren.

Info unter: www.hospizbottrop.de

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