Rosenmontag ist Sonnentag für Bottrops Jecken

Rosenmontagszug durch die Innenstadt. Foto: Birgit Schweizer / WAZ FotoPool
Rosenmontagszug durch die Innenstadt. Foto: Birgit Schweizer / WAZ FotoPool
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Bottrop.. De Zoch kütt“, aber er kam mit Verspätung. Doch unter strahlend blauem Himmel fiel den Narren das Warten auf Fußgruppen, Musik und Motivwagen leicht.

Die KG Batenbrock hatte schnell auf die Plagiats-Affäre des Ex-Verteidigungsministers reagiert und rief auf zur „Alm-Gaudi auf dem Guttenberg“ - ansonsten standen zwei lokale Themen im Mittelpunkt närrischer Spottlust: Die BEST, die vor den winterlichen Schneemassen fast die Schaufeln streckte, und Bottrop als Innovation-City. Die KG 13 schickte ihren Wagen als Innovation-Ship auf die Strecke und feierte eine Neuheit, für die Bottrop wahrlich Verwendung hätte: „Das sich selbst renovierende Hansa-Zentrum“.

Der Karnevalsgesellschaft folgte eine Wagenladung Hühner mit verwegen wippenden Schnäbeln und Kämmen. Klinikchef Professor Gernot Wozniak aus dem Knappschafts-Krankenhaus fühlte sich in diesem Dioxin-freien „Hühnerhaufen“ offensichtlich pudelwohl.

Related contentDie KG Boyer Narren rief auf zur Streusalz-Spende, die Schwimmvereinigung 1924 legte nach: „Bis wir euch sehen, taut es“, hieß es , an die Adresse der BEST gerichtet.

Einige Karnevalisten trauern der alten Streckenführung des Zugs über die Osterfelder Straße nach: „Die neue Zugstrecke ist ein Hohn und wahrlich keine Innovation“, reimte die KG 13. Doch die Botschaft tat der guten Laune keinen Abbruch.

Koffer voller Milliarden

Kam er im letzten Jahr noch als Bettelmönch, so hatte Oberbürgermeister Bernd Tischler, flott gewandet, am Rosenmontag gleich den Koffer mit den Milliarden dabei. Innovation City sei Dank. Aber - wie gewonnen, so zerronnen: schnell verteilt war der süße Koffer-Inhalt und das dann doch wieder arme Rathaus wurde kurz nach 13 Uhr an das Prinzenpaar übergeben.

Related contentUm 12.15 Uhr war der erste Wagen des Karnevalszuges am Rathaus gesichtet worden und musste sich um die Ecke quälen. Eine halbe Stunde später hatte dann auch der Prinzenwagen mit der Herrschaftskutsche obendrauf das Ziel erreicht. Das Prinzenpaar ließ sich dann aber Zeit auf dem Weg zur Machtübernahme. So eilig hatte man es nicht in diesen Zeiten und genoss das Bad in der Menge. Außerdem sollten ja auch schon alle Karnevalsgesellschaften beim Sturm dabei sein und mussten abgewartet werden.

OB Bernd Tischler hatte Bürgermeisterin Monika Budke und Bürgermeister Strehl zur Verteidigung aufgeboten und hätte eigentlich noch auf die Wittener Bürgermeisterin Sonja Leidemann als Wahrerin staatlicher Ordnung übers Volk zurückgreifen können, aber diese Dame brachte der Prinz ganz schnell auf seine Seite mit der Ordensverleihung.Und dann konnte man im Ratssaal gar nicht mehr unterscheiden zwischen Freund und Feind. Alles Fründe eben...

Sicherheitskonzept geht auf

„Bottrop Helau!“, schallte es über den Gleiwitzer Platz. In der mobilen Einsatzwache konnte man die närrische Stimmung trotz der Nähe nur erahnen. Dort liefen alle organisatorischen Fäden zusammen, die für einen reibungslosen Ablauf des Zugs sorgten.

Ulrich Bockstegers von der Bottroper Polizei gab sich zufrieden: „Es sind keine größeren Zwischenfälle vorgekommen.“ Über Funk stand die Einsatzzentrale mit den Kollegen in ständigem Kontakt, die draußen den Zug begleiteten. „Besonderheiten wären uns sofort durchgegeben worden“, so Bockstegers. Die Bottroper Einsatzkräfte hatten vorsorglich Verstärkung von Kollegen aus Marl, Gladbeck sowie von Teilen der Hundertschaft erhalten.

Ebenfalls zufrieden war man auf Seiten der Feuerwehr. „Es lief alles so, wie wir gehofft hatten“, resümierte Franz-Josef Borgmann. „Das Sicherheitskonzept ist aufgegangen, wir hatten keine Probleme.“

Alle Beteiligten konnten am Ende eine positive Bilanz des Rosenmontagszuges ziehen. „Hervorragend gelaufen“, sagte Markus Plängsken vom Ordnungsamt. „Alle Ämter haben super zusammengearbeitet. Und das Wetter hat auch mitgespielt.“

 
 

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