Roboter hilft bei Operationen an den Nieren

Mittels Computer-Tomographie (CT) werden Nieren-Tumore sichtbar. Dr. Mirko Müller und Assistenzärztin Nina Lohrmann besprechen einen Befund.
Mittels Computer-Tomographie (CT) werden Nieren-Tumore sichtbar. Dr. Mirko Müller und Assistenzärztin Nina Lohrmann besprechen einen Befund.
Foto: Heinrich Jung
  • Am KKH hat sich der minimal-invasive Eingriff zur Entfernung von Tumoren etabliert
  • Bisher wurden bereits 70 Operationen auf diese Weise durchgeführt
  • Chefarzt spricht von sehr guten Erfahrungen

Bottrop..  Der Roboter ist meist dabei, wenn im Knappschaftskrankenhaus urologische Operationen auf dem Plan stehen. Seit rund zwei Jahren gehört „da Vinci“ – so der Name des Roboters – zum Operationsteam. Wurden bei den minimal-invasiven Eingriffen zunächst vor allem Prostataoperationen durchgeführt, so hat sich seit einem Jahr auch die Entfernung von Nierentumoren mit Hilfe des Roboters etabliert. „Über 70 nierenerhaltende Tumorentfernungen haben wir so seit Herbst 2015 bereits durchgeführt — mit sehr guter Erfahrung“, stellt Dr. Mirko Müller, Chefarzt der Klinik für Urologie, fest.

Nur fünf kleine Schnitte

Nierentumore sind tückisch, denn sie verursachen meist keine Schmerzen — allenfalls im späten Stadium. Daher erfolgen die Befunde meist zufällig, wie bei Gisela M. (Name von der Redaktion geändert.): „Ich bin eigentlich wegen Beschwerden im Rücken zum Arzt“, so die 57-Jährige. Und dann wurde der Tumor entdeckt. Vor der Operation mit dem Roboter habe sie keine Angst gehabt, „im Gegenteil, ich bin froh, dass ich nun nur fünf kleine Schnitte habe. Große Bauchschnitte sind schließlich sehr unangenehm, das weiß ich aus Erfahrung.“

In der Regel bleiben die Patienten für die Entfernung eines Nierentumors fünf Tage in der Klinik. „Gleich am ersten Tag nach der Operation sind sie aber meist wieder fit“, so der Chefarzt. „Noch am Tag der Operation dürfen die Patienten bei komplikationslosem Verlauf aufstehen, essen und trinken.“ Der besondere Vorteil des minimal-invasiven Eingriffs aber sei, dass die Patienten anschließend deutlich weniger oder keine Schmerzen spüren als bei der konventionellen. Das bestätigt auch Maria G. (66): „Eigentlich hab’ ich nichts mitbekommen. Ich bin schnell eingeschlafen und später schmerzfrei wieder aufgewacht.“

Durch umfassende Aufklärungsarbeit sei den Patienten inzwischen schon vorher klar, dass die Operation nicht durch den Roboter selbst durchgeführt werde, stellt Dr. Müller fest. „Anfangs mussten wir noch viel erklären und beruhigen, inzwischen wissen die Patienten, dass der Roboter die Operation nur unterstützt und den minimal-invasiven Eingriff ermöglicht.“

Nach der Entfernung des Nierentumors muss alle drei Monate eine Nachkontrolle erfolgen, nach zwei Jahren genügt ein halbjährlicher und nach fünf Jahren ein jährlicher Rhythmus. „Bei frühzeitiger Diagnose heilen wir fast alle Patienten“, so Müller. Auf der Basis der erfolgreichen Etablierung der Roboter-Operationen plant der Chefarzt für das kommende Jahr die Zertifizierung als Prostatakarzinom-Zentrum.

 

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