Rat debattiert über Rassismusvorwürfe

Auf Antrag der Grünen sollte der Rat eine Resolution gegen Rassismus verabschieden. Das war eine Reaktion auf den Vorfall im Hauptausschusse. Das gleichzeit das Bügerbegehren zum Stenkhoffbad beschlossen wurde, rückte fast in den Hintergrund.

Bottrop..  Eine Resolution gegen Rassismus sollte der Rat am Dienstag verabschieden. Das hatten die Grünen gefordert. Letztlich scheiterte der Antrag an den Stimmen von CDU, SPD, ÖDP und FDP. Hintergrund des Antrags war der Vorfall im Hauptausschuss in der vergangenen Woche. Dort hatte ÖDP-Ratsherr Johannes Bombeck dem kurdischstämmigen Ratsherrn der Linken, Sahin Aydin, brüsk vorgeworfen, seine Wortbeiträge nicht verstehen zu können. Für Ton und Wortwahl hat sich der ÖDP-Vertreter entschuldigt, inhaltlich blieb er – auch im Rat – bei seiner Aussage. Darin sieht die Linke Rassismus.

Einen Vorwurf, den SPD und CDU zurückwiesen. Es sei zu keiner Zeit zu rassistischen Äußerungen gekommen. Allerdings, das sagten Thomas Göddertz (SPD) und Hermann Hirschfelder (CDU) sei die Art der Äußerung nicht akzeptabel. Für die Grünen erklärt Andrea Swoboda, man unterstelle Bombeck keinen Rassismus, gleichwohl bediene seine Aussage solche Ressentiments. Linken-Sprecher Christoph Ferdinand warf Bombeck vor, den Integrationsbemühungen einen „Bärendienst“ erwiesen zu haben. Er habe das Verständnis einer „elitären Rats-Riege.“ Michael Gerber (DKP) kritisierte, dass im Hauptausschuss niemand Aydin beigesprungen sei. Dafür fordert die Linke eine Entschuldigung von Bernd Tischler. Er habe als Sitzungsleiter versagt.

Das wies der OB zurück. Er habe am nächsten Tag mit beiden Beteiligten gesprochen und den Eindruck gehabt, damit sei die Sache aus der Welt. Den Vorwurf, er habe rassistische Äußerungen geduldet, empfindet er als „unverschämt“.

Für die ÖDP nahm Marianne Dominas ihren Fraktionskollegen gegen die „politische Hetzjagd“ in Schutz. Später äußerte sich Bombeck selbst. Er warf der Linken vor, in ihrer Erklärung falsche Zitat verbreitet zu haben und forderte seinerseits eine Entschuldigung, drohte rechtliche Schritte an.

Das der Rat zuvor den Bürgerentscheid zum Stenkhoffbad entschieden hatte, geriet angesichts dessen fast in den Hintergrund.

 
 

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