Radeln im Schnee: Das muss man mögen und können

Angelika Wölk

Radfahren im Schnee – da muss man schon Enthusiast sein: Kälte, Rutschrisiko, Nässe. Dennoch: Die einen wollen auch bei widrigsten Verhältnissen nicht auf ihr Rad verzichten, andere müssen fahren.

Das bestätigt Mareike Rauchhaus vom Fahrrad-Verleih Metropolradruhr in Bottrop. Zwar gehen die Zahlen zurück – im August 2012 waren es knapp 200 Ausleihen, im Januar bisher 69 – aber geradelt wird.

Leicht haben es die Zweiradfahrer jedoch in diesen Tagen nicht, weiß Frank Vatter, 1. Vorsitzender der Radsportabteilung DJK Adler 07. „Die Radwege sind nicht immer frei geräumt, wo sollen die Radler hin?“

Auch Heinz Brockmann, Vorstand des Allgemeinen Deutschen Fahrradclubs Bottrop/Kirchhellen, kennt die Probleme. „Weil viele Radweg ist nicht frei sind, fahren die Leute auf dem Bürgersteig. Sie haben Angst, auf die Straße auszuweichen.“ Doch die Straße sei in einem solchen Fall richtig, erklärt er. „Und nicht an den Rand drängeln lassen -- wenn man schon auf der Straße fahren muss.“

Doch die Straße ist nicht das einzige Problem. Für Radfahrer besteht jetzt größere Sturzgefahr. „Wenn nur Schnee liegt, geht es vielleicht noch, aber wenn er auftaut und wieder gefriert, ist es schlecht“, so der Rad-Experte Brockmann. Was also tun? „Ich fahre viel mit Spikes“, verrät Frank Vatter. Vor allem beim Wechseln von der Straße auf vereiste Wege hätten sie sich bewährt. Ein hohes Profil wie beim Mountain-Bike empfehlen die Profis ebenfalls. Die Reifen der Räder von Metropolradruhr hätten alle starke Profile und seien breit, so Mareike Rauchhaus. „Ich hab privat nur ein Rennrad, das benutze ich jetzt gar nicht, ich nehm bei Schnee nur Diensträder.“

Vatter rät, mit weniger Luftdruck im Reifen zu fahren. Und ganz wichtig: Licht. „Ältere Räder haben einen Dynamo, der an der Seite angebracht ist“, so Brockmann. „Bei Schnee läuft der aber nicht.“ Deshalb sollten sich Radler ein Nabendynamo anschaffen. Und: „Eine Warnweste wäre gut.“