Bottrop

Publikum sitzt im Beschwerdehagel

Wilde Gesten und ein ausdrucksstarkes Mienenspiel begleiten Richard Roglers Pointen. Foto:Oliver Mengedoht
Wilde Gesten und ein ausdrucksstarkes Mienenspiel begleiten Richard Roglers Pointen. Foto:Oliver Mengedoht
Foto: Oliver Mengedoht / FUNKE Foto Se
Kabarettist Richard Rogler schimpfte bei seinem JAG-Auftritt an einem Stück. Vielen Zuschauern gefiel die Show, anderen war sein Humor zu platt.

Bottrop.  . Mit viel schwarzem Humor und bösem Witz trat der Kabarettist Richard Rogler am Donnerstagabend im Josef-Albers-Gymnasium auf. Er bot dem Publikum eine Show, die Politisches und Gesellschaftskritisches nicht missen lies, zuweilen auch unter die Gürtellinie ging. Bei seinem Programm „Das müssten sie mal sagen, Herr Rogler!“ gestikulierte der 67-Jährige wild mit den Armen, lief von links nach rechts über die Bühne und hämmerte mit der Faust auf den Tisch. Er setzte seine Pointen mit viel Körpereinsatz in Szene.

Bei den Themen Sicherheitsbedürfnis, Flüchtlingspolitik und Geschlechterdifferenz bekamen sowohl Politiker wie auch Bürger sprichwörtlich ihr Fett weg. „Sagen sie einfach, es gibt keine hundertprozentige Sicherheit, schon sind sie am nächsten Tag in der Talkshow“, sprach Rogler die Gäste mit lauter Stimme an. Schlag auf Schlag schimpfte er über politische Korrektheit, die unser Land befalle; er nahm kein Blatt vor den Mund, stieß Flüche aus, die die auffordernde Silbe „Ne!“ begleitete. Ein ironischer Beschwerdehagel prasselte auf das Publikum ein.

Rogler reihte Anekdote an Anekdote, wobei der Satz „Herr Rogler sagen sie mal“ eine entscheidende Rolle spielte. Im gänzlich gefüllten Saal lachten die Besucher laut über die Gags, die von persönlichen Erfahrungen berichteten.

Gut kamen Witze über die Bundeskanzlerin sowie über andere Länder an, wobei Rogler mit Vorurteilen spielte. „Ich hab gehört, Merkel hat sich auch um eine Adoption beworben – sie hat nur noch niemanden gefunden, der sie nimmt“, rief der Kabarettist mit kratziger Stimme.

„Er mosert an allem herum.“

Viele Besucher sprach der Humor an der Grenze des Moralischen an, andere bezeichneten ihn hingegen als „plump“. Klaus Jäger (70): „Das Vorurteil, dass ich über ihn hatte, hat sich am heutigen Abend bestätigt – sein Humor ist platt und plump. Er mosert an allem herum. Das ist für mich kein Kabarett. Ich bin jedoch nicht enttäuscht, weil ich nicht viel erwartet habe.“

Die jungen Zuschauer Christian Koch (20) und Hendrick Paskuda (19) waren anderer Meinung. „Ich sehe Rogler jetzt das zweite Mal. Ich finde gut, wie er das alltägliche Leben widerspiegelt“, hob Koch hervor. „Er ist abwechslungsreich, sein Sprachstil macht es für mich aus“, ergänzte ihn sein Freund Paskuda. Beide wunderten sich, dass sich nicht mehr junges Publikum für den Kabarettisten begeistert.

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