Propstei-Pfarrei spricht über ihr Vermögen

St. Cyriakus gehört zur Propstei-Pfarrei. Sie legt ihre Bücher offen, wenngleich daraus noch nicht alle Einzelheiten des Haushalts hervorgehen.
St. Cyriakus gehört zur Propstei-Pfarrei. Sie legt ihre Bücher offen, wenngleich daraus noch nicht alle Einzelheiten des Haushalts hervorgehen.
Foto: Olaf Fuhrmann

Landauf landab wird über die Finanzen der Kirche debattiert, seit der Bischof von Limburg Franz-Peter Tebartz-van Elst mit seinem teuren Bauprojekt die Öffentlichkeit aufschreckte. Aber nicht nur Bischöfe halten die Hand über das Geld der Kirche, auch die Pfarreien erhalten ihren Anteil aus den Kirchensteuermitteln, haben Immobilien oder andere Vermögenswerte. Wie hoch die in Bottrop sind, erklärt Klaus Dobrindt, Verwaltungsleiter der Propstei-Pfarrei St. Cyriakus, am Beispiel von St. Cyriakus.

„Der Haushalt ist generell nicht geheim“, greift er möglichen Vorbehalten vor. „Im Gegenteil: Er liegt ein Mal im Jahr nach seiner Genehmigung aus.“ Jeder Interessent könne Einblick in den Haushalt nehmen. Und vom nächsten Jahr an werde der Etat von St. Cyriakus auch in der Presse veröffentlicht – wenn die Umstellung von der alten kameralistischen Buchführung zur kaufmännischen abgeschlossen sei.

Im Jahr 2013 erhalte die Pfarrei mit ihren 22 941 Katholiken insgesamt 1,13 Millionen Euro, rechnet er vor. 407 000 Euro davon stammten vom Bistum in Form von Schlüsselzuweisungen. Der Rest setze sich zusammen aus Pacht-, Erbbauzins-, Miet- und Zinseinnahmen und aus dem Substanzkapital („im niedrigen Millionen-Betrag). Zusätzlich erhalte die Pfarrei aus städtischen Mitteln einen Kostenanteil in Höhe von rund 60 000 Euro für die offene Jugendarbeit im Alfred-Delp-Haus.

Kleine Miete für Ordensschwestern

Soweit die Einnahmen. Was macht die Propstei-Pfarrei mit dem Geld? Die exakte Aufschlüsselung, räumt Dobrindt ein, sei äußerst schwierig. „Das hängt mit dem alten Buchungssystem zusammen“, erläutert er. Daraus ließen sich die Aktivitäten der Kirche nur in der Gesamtheit ablesen, aber nicht aufgeteilt auf einzelne Posten. „Ich hoffe, dass das vom nächsten Jahr an möglich ist.“

Zu den Aufgaben, die von den Einnahmen bestritten würden, gehörten unter anderem: Seelsorge und Gottesdienst, Kinder- und Jugendarbeit, Alten- und Seniorenhilfe. „Zudem tragen wir aktiv Sorge um kranke Menschen“, so Dobrindt weiter, die Kirche subventioniere indirekt die Schulung von Menschen, die Sterbebegleitung vornehmen. Indirekt würde auch das Marienhospital unterstützt – so wohnten beispielsweise die Ordensschwestern, die dort arbeiten, für eine kleine Miete in einem kirchlichen Gebäude.

Gled für Kultur und Bildung

Zu den weiteren Ausgaben, die für die Propstei-Pfarrei anfallen, gehörten u.a. die für den Kulturbereich (Unterhalt für Denkmalgeschützte Gebäude wie Heilig-Kreuz-Kirche), Kirchenmusik, Bildungsbereich (Büchereien, Bildungswerk, Familienbildungsstätte), Caritasbereich. „Viele Aktivitäten finden in kirchlichen Gebäuden statt“, fasst Verwaltungsleiter Klaus Dobrindt zusammen, „die die Kirche bereithält“. Sie müssten instand gehalten werden.

Und wenn die Pfarrei das Marienhospital, bei dem sie Mehrheitsgesellschafter ist, verkaufen würde? „Wir unterhalten das für die Menschen in der Stadt“, so der Verwaltungsleiter. Aus diesem Grund sei es 1868 überhaupt erst entstanden. „Und auch heute ist das ein Krankenhaus mit einem guten medizinischen Angebot in Bottrop für Bottroper Bürger. Es macht einen Unterschied, ob sie hier behandelt werden können oder in eine Nachbarstadt müssen.“ Der Gegenwert entspräche wahrscheinlich einer gigantischen Summe, „aber sie ist nicht frei verfügbar“. Ähnlich verhalte es sich mit den Geldreserven. „Das funktioniert wie eine Stiftung. Aus den Erträgen bestreiten wir einen Teil unserer Aktivitäten.“

 
 

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