Polizei nimmt Radler und Passanten ins Visier

Matthias Düngelhoff
Auch ein Infostand ist Teil der Kampagne der Polizei. Am Montag waren sie damit unter anderem an der Horster Straße im Einsatz.
Auch ein Infostand ist Teil der Kampagne der Polizei. Am Montag waren sie damit unter anderem an der Horster Straße im Einsatz.
Foto: WAZ FotoPool
Bei Schwerpunktkontrollen haben die Beamten das Verhalten der Passanten aber auch der anderen Verkehrsteilnehmer im Blick. Die Kontrollen sind Bestandteil der Kampagne „Wichtig! Geh’ richtig!“. Diesmal fallen vor allem Radler auf.

Bottrop.  „Stopp!“ Hauptkommissar Rolf Schmidt stellt sich einem Trupp Radfahrer in den Weg. Das Trio kommt von der Horster Straße und will seinen Weg nun über die Friedrich-Ebert-Straße fortsetzen. Der Haken an der Sache: Die Gruppe ist auf der falschen Seite unterwegs, quasi als Geisterradler. Auf diese Weise gefährden die Radfahrer sich, aber auch Fußgänger, die unterwegs sind. Und deren Sicherheit hat die Polizei im Fokus.

Unfälle möglichst verhindern

Was sie falsch gemacht haben, wissen die Radler schon, und auch über die verschärften Kontrollen waren sie eigentlich informiert. Zumindest einer aus der Gruppe: „Ich hatte es heute Morgen noch in der Zeitung gelesen“, sagt er. Von Schmidt und seinen Kollegen gibt es eine Verwarnung. Denn heute geht es zunächst einmal darum, aufzuklären und das Bewusstsein für potenzielle Gefahren zu schärfen – bei allen Verkehrsteilnehmern. Und auch wenn hier an der Kreuzung Friedrich-Ebert- und Horster Straße vor allem Radfahrer auffallen, Fußgänger und Autofahrer haben die Beamten von der „Verkehrsunfallprävention“ ebenfalls auf dem Kieker.

„Morgens haben wir zuerst im Bereich des Hauptbahnhofs gestanden. Dort konnten wir viele Fußgänger beobachten, die schnell zum abfahrbereiten Bus sprinten und rote Ampeln ignorieren“, sagt Schmidt. Fußgänger, die sich auf diese Weise gefährden, sprechen die Beamten selbstverständlich auch an. Sie verteilen Handzettel, die über Gefahren aufklären. Bei den Fußgängern gilt: Verhalten sie sich falsch, droht ein Verwarnungsgeld. Ein zweiter Handzettel, den die Polizisten aushändigen, enthält die Tarife. Das Gehen über eine rote Ampel etwa kostet fünf Euro, verursacht der Fußgänger dabei einen Unfall, werden zehn Euro fällig.

Mehr Sicherheit für Fußgänger sei nur möglich, wenn alle Verkehrsteilnehmer entsprechend aufmerksam seien, sagt Schmidt. Ein typischer Fehler der Autofahrer, den er und seine Kollegen während der Kontrollen immer wieder beobachten: „Der fehlende Schulterblick.“ In der Fahrschule rauscht man dafür durch die Prüfung, im Alltag wird er immer wieder geschludert – mit teils fatalen Folgen.

Doch jetzt sind es erst wieder Radfahrer, die die Aufmerksamkeit der Polizisten erregen. Sie kommen über die Friedrich-Ebert-Straße und übersehen an der Einmündung der Horster Straße die eigens aufgestellte Radfahrer-Ampel. Es folgt die Verkehrsaufklärung. Die kommt bei den Radfahrern durchaus an. „Es gibt noch zu wenig Kontrollen“, sagt Peter Meyer. Dass ihn die Polizisten auf Fehler hinweisen, findet er gut. Ähnlich sieht es Rita Radlewski: „Das ist mir bisher nie aufgefallen“, gibt sie zu. Rückendeckung kommt von Rolf Schmidt. „Es ist tatsächlich so, dass der Straßenverkehr immer komplexer wird.“