Pflegefamilien dringend gesucht

Vor dem neuen Banner am Freizeitpark Schloss Beck (v.li.): Karin Balzer (Westf. Pflegefamilien), Renate Kuchenbäcker, Sara Ernst (Pflegekinderdienst).
Vor dem neuen Banner am Freizeitpark Schloss Beck (v.li.): Karin Balzer (Westf. Pflegefamilien), Renate Kuchenbäcker, Sara Ernst (Pflegekinderdienst).
Foto: WAZ FotoPool

Kunterbunte Figuren, die auf satt gelben Grund eng miteinander verbunden sind – und doch fröhlich aus der Reihe tanzen. Dazu die Frage: „Lust ihre Familie auf den Kopf zu stellen?“ Das vier Meter breite Banner am Zaun von Schloss Beck dürfte allen Besuchern des Freizeitparks gleich ins Auge fallen. Es soll der Suche nach neuen Pflegefamilien in Bottrop und Umgebung Schwung geben. Denn diese, berichten die Expertinnen beim Sozialdienst katholischer Frauen, Sara Ernst (Pflegekinderdienst) und Karin Balzer (Westfälische Pflegefamilien), fehlen derzeit einfach.

Einerseits würden allgemein mehr Kinder aus ihren Ursprungsfamilien herausgenommen. Andererseits erklärten sich weniger Menschen bereit, Kindern, die in ihren jungen Jahren schon Schweres erlebt haben, ein dauerhaftes Zuhause zu geben. Möglich, dass Negativ-Schlagzeilen in den Medien über Pflegeeltern oder aber gesellschaftliche Veränderungen dafür den Ausschlag geben, so Balzer.

Dass die Aufgabe fordernd ist, steht außer Frage. Familien, Paare, Lebensgemeinschaften oder Einzelpersonen, die sich beim SkF bewerben, werden aber nicht alleine gelassen. Mit den Bewerbern werden Vorgespräche geführt, es gibt ein Vorbereitungsseminar. Die Fachfrauen überprüfen: Sind die Bewerber geeignet? Bestehen erzieherische und räumliche Kapazitäten? Steht die komplette Bewerber-Familie, auch die Kinder, hinter dem Wunsch, ein Pflegekind aufzunehmen? „Für uns ist es wichtig, ein passgenaues Angebot fürs Pflegekind zu finden. Auf der anderen Seite wollen wir die Familie nicht überfordern“, so Sara Ernst. Da es immer um Kinder mit Beeinträchtigungen geht, werden die Pflegefamilien geschult zu Themen wie Bindung, Traumatisierung, Umgang mit Herkunftsfamilien. Hilfestellungen beim Umgang mit Behörden, Schulen, Ärzten und Therapeuten werde ebenso angeboten wie ein Erfahrungsaustausch im Elternkreis.

Zu den Voraussetzungen für künftige Pflegefamilien gehört, dass nicht beide Elternteile Vollzeit arbeiten. Der Altersabstand zwischen Kind und Pflege-Eltern sollte maximal 40 Jahre sein. Kommt es zum Kennenlernen, geschieht das zunächst anonym, dann im geschützten Rahmen des Heims bzw. der Bereitschaftsfamilie – je nachdem, wo die Kinder gerade untergebracht sind. Die Kennlernphase kann eine ganze Zeit dauern.

„Schloss-Beck-Herrin“ Renate Kuchenbäcker unterstützt die Suche des SkF nach Pflegefamilien gerne: „Diese Sparte liegt mir sehr. Dass die Kinder in Familien kommen und dort bleiben, finde ich toll.“ Das Banner am Freizeitpark und die Flyer, die am Kassenhäuschen ausgelegt werden, sollen gerade auch Familien ansprechen, die schon Kinder haben – und weil es so gut klappt gerne noch einem Pflegekind ein Zuhause geben möchten.

Interessierte Familien, Paare, Einzelpersonen melden sich beim SkF Bottrop, 02041 18663-63. Info im Netz: www.skf-bottrop.de

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