Park-Fusion: Politik zeigt noch Skepsis

Matthias Düngelhoff
Eine Sommerimpression des Revierparks – mit dem Schwimmbad und dem Freizeithaus sowie dem Wasserspielplatz.  Außerdem ist hier der Beachclub zu erkennen, für den es wohl keine Neuauflage gibt.
Eine Sommerimpression des Revierparks – mit dem Schwimmbad und dem Freizeithaus sowie dem Wasserspielplatz. Außerdem ist hier der Beachclub zu erkennen, für den es wohl keine Neuauflage gibt.
Foto: www.blossey.eu
Die RVR-Idee, alle Freizeitstätten in einer Gesellschaft zu bündeln, muss erst noch überzeugen. Bei Untätigkeit marschiert der Revierpark absehbar in die Pleite

Bottrop.  Für den Regionalverbund Ruhr (RVR) ist die Sache klar. Er möchte alle Revierparks in einer Gesellschaft bündeln. Bei der Stadt ist man skeptisch und sieht noch Beratungsbedarf. Die neue Gesellschaft soll nach RVR-Willen die Parks betreiben – auch Vonderort.

Die Städte Bottrop und Oberhausen, bisher Gesellschafter mit dem RVR in der Revierpark Vonderort GmbH, erhielten dann Anteile an der neuen Gesellschaft. Aus den Unterlagen des RVR geht hervor, dass beide Städte jeweils mit drei Prozent an der neuen Gesellschaft beteiligt wären. Der Einfluss einzelner Kommunen sinkt. Denn es würden insgesamt fünf Revierparks verschmolzen. Dortmund mit Wischlingen hat bereits angekündigt, dabei nicht mitzumachen.

Kämmerer Willi Loeven, für Bottrop nebenamtlicher Geschäftsführer des Parks, räumt ein, dass eine „Harmonisierung der Aufgaben“ in einer Gesellschaft leichter möglich sei. Denkbar also, dass nicht mehr jeder Park alles anbietet. Doch Geld verdienen sie durch den Sauna- und Solebetrieb. „Die Parks stehen untereinander und mit anderen Anbietern in Konkurrenz “, sagt Loeven. Hinzu komme ein verändertes Freizeitverhalten. Ob ein Zusammenschluss der Gesellschaften, die alle ähnliche Probleme haben, Abhilfe schafft, sei schwer zu beurteilen. „Eventuell ist es in der größeren Einheit möglich, EU-Zuschüsse zu erhalten“, sieht Loeven einen Vorteil. Auch in Vonderort sinken die Besucherzahlen doch in Sauna und Solebad, sei man auf einem guten Weg. Allein der Bereich sei planbar, weil er witterungsunabhängig ist.

Die Parteien und politischen Gremien stehen am Anfang der Diskussion. Vielleicht müsse man auch klären, welche Angebote am Ende kostenlos zur Verfügung stehen sollen, sagt Jutta Pfingsten (SPD), Verwaltungsratsmitglied des Revierparks. Eine solche inhaltliche Debatte vermisse sie. Wie sich die SPD positioniert, sei noch nicht absehbar. Pfingsten könne sich Zustimmung vorstellen, „wenn man uns überzeugt, dass das RVR-Konzept günstiger oder besser ist“.

Eine inhaltliche Debatte wünscht sich auch Aufsichtsratsmitglied Hans-Christian Geise (CDU). Seiner Ansicht nach seien mit einem Zusammenschluss die Probleme der Park s nicht gelöst. Es fehle das Geld, sie zu führen. „Wir müssten schon vom Konzept überzeugt werden. Und das geht nur, wenn am Ende eine finanzielle Perspektive für die Parks steht.“ Unklar auch noch, wie Oberhausen sich positioniert.

Eigenkapital schmilzt

Der RVR dringt auf einen schnellen Entschluss, will in seinen Gremien noch in diesem Jahr den Weg freimachen. 870 000 Euro will er so sparen und in die Parks investieren. Doch allein für Vonderort beziffert Loeven den Sanierungsstau auf mindestens 600 000 Euro. Wolle man wesentliche Instandhaltungsmaßnahmen wie etwa eine neues Dach für das Freizeithaus in Angriff nehmen, wären rund 1,2 Millionen Euro nötig. Aktuell liegt der städtische Zuschuss bei 120 000 Euro pro Jahr, verringern würde er sich in der neuen Struktur nicht. Und schon jetzt müssen die Gesellschafter bis zu 300 000 Euro pro Jahr aus dem Eigenkapital zuschießen. Das ist inzwischen auf 1,5 Millionen Euro abgeschmolzen. Ausrechenbar, wann der Park pleite ist.