Pappeln weichen Buchen und Eichen im Köllnischen Wald in Bottrop

Die Pappeln „gehören nicht in die Waldgesellschaft“ heißt es beim RVR, daher werden sie gefällt.
Die Pappeln „gehören nicht in die Waldgesellschaft“ heißt es beim RVR, daher werden sie gefällt.
Foto: WAZ FotoPool
Der RVR fällt Bäume im Köllnischen Wald. Die in den 1970er-Jahren angepflanzten Pappeln passen nicht in die „Waldgesellschaft“. Der Wald soll wieder zu dem ursprünglichen Buchen- und Eichenwald werden. Junge Bäume werden nachgepflanzt.

Bottrop.  Spaziergängern, die im Köllnischen Wald unterwegs sind, ist sie aufgefallen: die kahlgeschlagene Schneise an dem Wanderweg jenseits der Oberhausener Straße. Hier hat der RVR Pappeln gefällt. Denn die gehören nicht in den Wald. Hintergrund: Der Köllnische Wald ist ein Fauna-Flora-Habitat-Gebiet (FFH), also ein Naturschutzgebiet. Für die gelten besondere Richtlinien, die in Abstimmung mit der Stadt, dem Land und dem Waldbesitzer, in dem Falle der Regionalverband Ruhr (RVR), festgelegt würden, erklärt Förster Volker Adamiak. Und da der Köllnische Wald ursprünglich ein klassischer Buchen- und Eichenwald ist, gehörten Pappeln nicht in die Waldgesellschaft.

Ein Viertelhektar

Über einen Zeitraum von zehn Jahren werden deshalb die Pappeln, die in den 1970er-Jahren in dem Teil des Waldes gepflanzt wurden, abgeholzt und durch Buchen ersetzt. Direkt neben dem Bereich, in dem nun die Pappeln gefällt wurden, war der RVR vor vier Jahren aktiv. Dort wachsen bereits dicht gedrängt die kleinen Buchen. Auf etwa einem Viertelhektar wurden nun weitere Pappeln gefällt, im Frühjahr oder Herbst werden hier Buchen eingesetzt. So arbeitet sich der RVR dann durch den Wald, bis die Pappeln weg sind. Hinzu komme, dass Pappeln im Schnitt nur etwa 35 Jahre alt werden, sagt Adamiak. Buchen können dagegen 180 Jahre alt werden. Schaut man sich die Stümpfe der abgeholzten Pappeln an, fällt auf, dass ein Großteil in der Mitte hohl und faulig ist.

Doch wenn der Köllnische Wald ursprünglich aus Buchen und Eichen bestand, warum hat man die Pappeln vor rund 40 Jahren überhaupt angepflanzt? Das habe damals wirtschaftliche Gründe gehabt, man habe schnell wachsende Bäume haben wollen, so Adamiak. Das gehe noch zurück auf die Nachkriegszeit, damals hätten die Siegermächte viel Holz für sich geschlagen und mitgenommen. Auch in der folgenden Zeit des Wirtschaftswunders sei der Holzbedarf groß gewesen. Jetzt soll der Wald wieder ursprünglich werden.

Doch die neu gepflanzten Buchen stehen zunächst noch sehr eng beieinander. „Auf diese Weise erziehen sie sich gegenseitig“, sagt Adamiak. Sprich, sie wachsen gerade in die Höhe. Später wird der Bereich durchgeforstet, einige Bäume kommen weg. Am Ende, so Adamiak, setzten sich dominante Bäume durch, sie bleiben stehen. Dahinter stehe der „Dauerwaldgedanke“, das heißt, es soll dann nicht mehr nachgeforstet werden, sondern aus den Samen der bestehenden Bäume entwickeln sich die neuen. Das sei der Kreislauf von „wachsen, alt werden und zusammenbrechen“.

 
 

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