Ortswehren üben gemeinsam den Ernstfall

Die Herbstabschlussübung der Kirchhellener Ortswehren.
Die Herbstabschlussübung der Kirchhellener Ortswehren.
Foto: Michael Korte
  • Freiwillige Feuerwehren simulieren Brand auf Bauernhof
  • Löschwasser muss über große Entfernung transportiert werden
  • Einsatzorte in Kirchhellen liegen häufig weit draußen

Bottrop-Kirchhellen.  Rauch dringt aus der Scheune auf dem Bauernhof von Willi Große Holtfort. Hilfeschreie sind aus dem Gebäude zu hören. Es wird ein besonderer Großeinsatz am Schäferweg in Grafenwald. Was wie die Realität aussieht, ist glücklicherweise nur eine Einsatzübung der Freiwilligen Feuerwehren aus Grafenwald, Feldhausen und Kirchhellen.

Die Hilferufe stammen dann auch nur von einem Tonband, versteckt in der Scheune. Darin erzeugen zwei Nebelmaschinen den dichten Rauch. „Die Kollegen wussten zwar, dass es sich um eine Übung handelt“, sagt Magnus Thesing, Hauptfeuerwehrmann von der Ortswehr Grafenwald. „Sie wussten aber nicht, um welches Objekt es sich handelt und was auf sie zukommen würde.“

Erst im Frühjahr hatte es auf dem Bauernhof von Willi Große Holtfort tatsächlich gebrannt. Der Landwirt und Unterbrandmeister der ortsansässigen Freiwilligen Feuerwehr stellte sein weitläufiges Anwesen zu Trainingszwecken gerne und bereitwillig zur Verfügung. „So eine Übung kann nie schaden.“ Vor allem in Grafenwald, Feldhausen und Kirchhellen liegen die Einsatzorte mitunter sehr abgelegen, viele Höfe und Häuser sind nur schwer über schmale Straßen und Wege mit den großen Einsatzfahrzeugen zu erreichen und Wasseranschlüsse für Löscharbeiten sind nicht immer unbedingt tatsächlich vor Ort verfügbar. So auch am Schäferweg. Der nächste Hydrant befindet sich am Heimersfeld in der Höhe der Einmündung des Schäferwegs. Die Entfernung bis dahin liegt bei rund 200 Metern. Ein weiterer Hydrant ist am Sensenfeld in Höhe des Sportplatzes, dieser ist aber nur über Feldwege zu erreichen. Das sind besondere Umstände.

Die Ortswehr aus Grafenwald trifft als Erste auf dem Bauernhof ein. Einsatzleiter Johannes Lanfermann fordert umgehend Verstärkung aus Feldhausen und Kirchhellen an, nachdem er sich einen ersten Eindruck verschafft hat. In der Folge werden meterweise Schläuche ausgerollt und an die Verteiler angeschlossen. „Die Wasserversorgung über solche Entfernungen muss sichergestellt werden“, sagt Magnus Thesing. „Genau das wollen wir hier trainieren.“ Bis die Schläuche am Hydranten befestigt sind, kommt zur ersten Brandbekämpfung das Tanklöschfahrzeug der Ortswehr Grafenwald zum Einsatz. Das Fahrzeug ist mit rund 2400 Litern Wasser befüllt. Nach wenigen Minuten ist der Tank leer.

Wassernachschub aus Hydranten

Frischen Nachschub gibt’s dann schließlich vom Hydranten. Währenddessen steht vor allem die Menschenrettung im Vordergrund. Über eine Drehleiter wird eine Übungspuppe aus einem Dachfenster der Scheune gerettet. Mit Atemschutzgeräten betritt ein Trupp vorsichtig das Gebäude. „Auf den Knien tasten sie sich langsam vorwärts“, beschreibt Magnus Thesing von außen das Geschehen im Innern.

Sämtliche Abläufe werden von mehreren Feuerwehrleuten beobachtet – unter anderem auch von Stephan Wolthaus. Der Ortswehrführer aus Grafenwald macht sich die ganze Zeit über fleißig Notizen. Nach rund anderthalb Stunden ist die Übung erfolgreich beendet. Im Anschluss setzen sich die Wehren noch einmal zusammen, um den Einsatz ausgiebig zu analysieren. „Die Jungs haben einen guten Job gemacht. Aber man kann immer etwas verbessern“, sagt Wolthaus in einem ersten Fazit.

 
 

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