Ordensschwester Antonia macht Ferien in ihrer Heimat Bottrop

Schwester Antonia ( Margret Lange) ist für die Bibliothekund die Öffentlichkeitsarbeit des Klosters im Kölner Süden zuständig. Von den klassischen Konventsaufgaben hat sie das Amt der Cellerarin innen. Fotos:Benediktinerinnen Köln-Raderberg
Schwester Antonia ( Margret Lange) ist für die Bibliothekund die Öffentlichkeitsarbeit des Klosters im Kölner Süden zuständig. Von den klassischen Konventsaufgaben hat sie das Amt der Cellerarin innen. Fotos:Benediktinerinnen Köln-Raderberg
  • Zum Beispiel in Bottrop wie Schwester Antonia
  • Geboren ist hier 1962 als Margret Lange
  • Seit zehn Jahren lebt sie im Benediktinerinnenkonvent Köln-Raderberg

Bottrop.. Seit zehn Jahren lebt die gebürtige Bottroperin Margret Lange im Kloster der Benediktinerinnen in Köln-Raderberg. Schwester Antonia - so ihr Ordensname - ist im Urlaub. Ferien als Ordensfrau? Raus aus dem Kloster? Doch. Was vor einer Generation noch unmöglich, zumindest aber äußerst ungewöhnlich war, gehört heute ebenso zu Alltag vieler Ordensschwestern, wie das Ablegen der Tracht in der Ferienzeit oder bei Besuchen von Freunden oder Verwandten.

Cellerarin und PR-Frau des Konvents

„Ferien heißt ja nicht, das wir mit dem Beten aufhören, Kreuzfahrten unternehmen oder am Strand faulenzen“, sagt Schwester Antonia. die am Morgen noch die Messe in St. Cyriakus besuchte. aber es ei eben etwas anderes, ob man bei Frühstück Stillschweigen bewahre - wie im Konvent - oder sich mit Verwandten oder der Familie unterhält. Und: „Wir sind an 25 Tagen im Jahr von unserer Arbeit befreit!“ Im Kloster ist sie für die Bibliothek und die Öffentlichkeitsarbeit zuständig. Unter den klassischen Konventsaufgaben nimmt sie das Amt der Cellerarin wahr.

Dabei verläuft der Weg von Bottrop zu den Kölner Benediktinerinnen nicht wie eine schnurgerade Karrierelinie. Es gibt einige Weggabelungen, in die die 1962 Geborene einbiegt, ehe sie 2006 im Kölner Süden landet. Also nicht vom Bischöflichen Abendgymnasium in Essen, wo sie ihr Abitur macht, sofort ins Kloster - sondern viel mehr ins Studium nach Bonn: Bibliothekswesen. Stellen im Landwirtschaftsministerium, beim Borromäusverein oder dem Bonner Forschungsinstitut Arithmeum.

"Das war nicht mein Ort"

Dazwischen liegt auch eine erste Klosterstation - bei den Benediktinerinnen in Varensell. „Das war nicht mein Ort“, sagt Schwester Antonia. Aber: Im Grunde spürte sie schon lange - seit sie Anfang 20 war, dass ihr Weg zu und mit Gott etwas mit dem Kloster zu tun haben müsse. Ein Besuch bei den Karmelitinnen (einem der strengsten Orden der Kirche) in Essen-Stoppenberg verläuft eher verstörend. „Alles vergittert und hinter Vorhängen.“ Jahre später „findet“ sie Köln. „Ich habe dort Gitter nicht mehr in Funktion erlebt, obwohl man sie noch besichtigen kann.“

Trotz der vielen Gebetszeiten - in Raderberg kommen bei den Benediktinerinnen vom Heiligsten Altarsakrament noch die Anbetungsstunden vor dem Tabernakel (dem Ort für die geweihten Hostien) dazu - ist der Kölner Konvent offensichtlich anziehend. „Zurzeit haben wir sieben Novizinnen bei 25 Ordensfrauen“, sagt Schwester Antonia.

"Es gibt wenig Zeitloses"

Gebet und Liturgie: Das ist für die Bottroperin in Köln das Zentrum. Dazwischen die Arbeit. Im Grunde läuft alles nach der 1500 Jahre alten Regel des Heiligen Benedikt. „Es gibt wenig Zeitloses , das so an menschlichen Grundbedürfnissen und Erfahrungen ausgerichtet ist, wie diese Schrift“, findet die Ordensschwester.

Natürlich bedeutet Ordensleben nicht Automatismus, der jemanden zum besseren oder frommeren Menschen macht. Ein Klosterkonvent sei auch nicht unbedingt eine Sympathiegemeinschaft. Aber für Schwester Antonia ist er das „beste Trainingslager für den Frieden“.

Vor ihren Tätigkeiten in Bonn und dem Eintritt ist Kloster arbeitete Schwester Antonia, damals noch Margret Lange, in der hiesigen Stadtbibliothek und im Stadtarchiv. Dort rückte die heutige Archivleiterin, Heike Biskup, auf ihre Stelle.

Reaktion auf die Ordenstracht überwiegend positiv

Wenn sie in Ordenstracht außerhalb des Klosters unterwegs ist, stößt sie selbst in großen Städten wie Köln überwiegend auf positives Echo. „Oft werde ich von Moslems höflich gegrüßt“, weiß die Benediktinerin zu berichten. Einmal habe ihr ein Mann 50 Euro geben wollen, damit sie für ihn und seine Familie bete. „Ich gab ihm den Schein zurück und sagte, wir beten auch ohne Geld für sie.“

Das Kölner Priorat der Benediktinerinnen untersteht weder dem dortigen Erzbischof noch einer anderen Abtei, sondern direkt dem Papst. Wer sich aber über den Konvent oder beispielsweise die Gottesdienstzeiten informieren möchte, kann die über die Homepage des Erzbistums tun: www.orden.erzbistum-koeln.de. Anfragen beantwortet dann Schwester Antonia.

 
 

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