ÖDP: Sparen auch am Flugplatz

Den Bürgerentscheid um das Stenkhoffbad, der am Sonntag ausgezählt wird, nimmt die ÖDP zum Anlass, die Debatte um den Flugplatz Schwarze Heide neu zu befeuern. Ihre Forderung: Auch der Flugplatz muss nun seinen Sparbeitrag leisten.

Unabhängig davon, wie die Bürger und Parteien zum Stenkhoffbad stehen und wie der Bürgerentscheid am Sonntag ausgeht, die Finanzierung des zuletzt mäßig genutzten Freibades war ein Thema. Eine solche Finanzdebatte wünscht sich die Bottroper ÖDP für den Verkehrslandeplatz an der Grenze von Dinslaken und Bottrop. Geschätzte 18 Millionen Euro an Steuermitteln seien in den letzten Jahrzehnten in den Platz geflossen, der praktisch nur von Sport- und Hobbyfliegern genutzt wird. Der seit vielen Jahren angedachte Geschäftsreiseverkehr spiele immer noch praktisch keine Rolle .

„Im Laufe der Jahre gab es manche visionäre Vorstellung aus den Reihen der Wirtschaftsförderer, die den Flugplatz lautstark befürworten, wir waren immer mehr als kritisch“, erinnert der Fraktionsvorsitzende der Bottroper ÖDP Johannes Bombeck. Das Land NRW, Gemeinden aus dem Kreis Wesel und vor allem die Stadt Bottrop hätten mit ihrem Geld die Startbahn asphaltiert und später ausgebaut, eine Beflammung installiert, Hangars gebaut, den Tower ertüchtigt, einen Parkplatz angelegt sowie Gewerbeflächen bereitgestellt. Dennoch sei die jährliche Verlustabdeckung für die Flugplatzgesellschaft immer mehr angestiegen. Im Gegenzug sollte sich in der Schwarzen Heide, auf Grund der vermeintlichen Probleme an den Flugplätzen Essen und Marl, ein florierender Geschäftsreiseverkehr ansiedeln. Bombeck: „Einst waren auch 2000 neue Arbeitsplätze versprochen. OB Tischler reduzierte diese Zahl im Wahlkampf 2009 auf 1000 neue Arbeitsplätze. Inzwischen spricht er von der Freude, wenn einige hundert Arbeitsplätze am Flugplatz entstehen. Tatsächlich ist bisher nicht ein Arbeitsplatz in Sicht und man muss froh sein, dass die Firma Extra seit ihrer Übernahme in sicherem Fahrwasser gelandet ist.“

Die ÖDP möchte in Zukunft die Verlustabdeckung für die Flugplatzgesellschaft nicht nur in ihrer Höhe einfrieren, sondern deutlich zurückführen. Die Stenkhoffbaddiskussion habe gezeigt, dass solche Maßnahmen neue Ideen und ungeahnte Potenziale fördert. Auch in der Schwarzen Heide seien Kosteneinsparungen möglich, könnte Sponsoring funktionieren und ein „Förderverein“ der heimischen Wirtschaft sei denkbar. Auch könnten die Flugplätze Bielefeld und Marl als Vorbilder dienen. Eine Voll- oder Teilprivatisierung würde den Steuerzahler entlasten, dem man eine Subventionierung der Schwarzen Heiden kaum mehr vermitteln könne.