Nur mit neuen Ideen bleibt der Movie Park in Bottrop vorn

Über eine Millionen Besucher im Jahr strömen in den Movie Park Germany in Kirchhellen.
Über eine Millionen Besucher im Jahr strömen in den Movie Park Germany in Kirchhellen.
Foto: NRZ
Mit Halloween endete die Saison im Freizeitpark. Gleichzeitig laufen die Vorbereitungen fürs kommende Jahr auf Hochtouren. Als Erfolgskonzept setzt das Management auf Investitionen und auf die Lizenzen von bekannten TV-Serien und Filmen. Schließlich lautet das Motto „Hilfe, ich bin im Film!“

Bottrop-Kirchhellen..  Der Movie Park Germany hat sich mit dem berühmten Halloween-Special in die Winterpause verabschiedet. Das Ereignis gilt nicht nur als Glanzlicht unter Besuchern, sondern hilft dem Park, sich von der Konkurrenz abzuheben. Was hat der Movie Park, was andere Freizeitparks nicht haben?

„Hilfe, ich bin im Film.“ Das Motto ist im Movie Park Germany Programm. Schon seit bald 20 Jahren werden die Besucher in die zauberhafte Welt des Films entführt. Und genau da liegt laut Geschäftsführer Thorsten Backhaus auch der Unterschied zur Konkurrenz: „Wir sind ein Film- und Freizeitpark. So haben wir zum Beispiel Lizenzen von bekannten TV-Serien und Filmen wie Sponge Bob, Ice Age oder die Teenage Mutant Ninja Turtles.“ Das ziehe die Kleinen in den Park und wecke bei den Großen Kindheitserinnerungen.

Der Erfolg kommt aber nicht von allein. Es reiche nicht, sich auf den bisher hohen Besucherzahlen - zuletzt waren es rund 1,2 Millionen - auszuruhen. Um mit den über 50 anderen Freizeitparks konkurrieren zu können, müsse man sich abheben. „Wir investieren permanent in neue Attraktionen. Ebenso aber auch in die Instandhaltung unseres Parks“, erklärt Backhaus.

„The Lost Temple“ zählt zu den beliebtesten Attraktionen

2011 wurde die Dunkel-Achterbahn „Van Helsings Factory“ in Betrieb genommen, 2013 die Fahrschule für Kinder „Teenage Mutant Ninja Turtles - License to Drive“ und dieses Jahr „The Lost Temple“. Letzteres gehöre momentan zu den beliebtesten Attraktionen im Park und dessen Eröffnung für Backhaus zu den diesjährigen Highlights.

Erst seit Anfang Oktober besetzt Backhaus die Stelle des Geschäftsführers, ist jedoch schon lange im Movie Park Germany tätig. Nach sieben Jahren als Finanz- und Personalleiter hat der 38-Jährige im Oktober den Chefposten übernommen und betont, wie „spannend die Zeit momentan“ sei.

Immer wieder neue Specials und neue Anreize

Spannend soll es auch für die Besucher bleiben. Dazu schafft die Parkleitung immer wieder Specials und neue Anreize. Seit 2007 finden zum Beispiel die so genannten Strebertage statt: Schüler mit vier Einsen im Zeugnis werden mit einem kostenlosen Parkticket belohnt. Und natürlich das Halloween-Special im Oktober, das die Besucher das Fürchten lehren soll.

Der große Horror beendet die Saison

Mit diesem schrecklich-schönen Abschluss verabschiedet sich der Park in die Winterpause. Diese ist wichtig, denn in der kalten Jahreszeit werden Bahnen kontrolliert, Reparaturen vorgenommen, Grünflächen neu bepflanzt und Wände neu gestrichen.

Ganz so, dass der Movie Park Germany bei der Eröffnung im April 2015 für alle Fans wieder in neuem Glanz erstrahlen kann.

Das Saison-Highlight im Movie Park Germany ist seit 16 Jahren das größte Halloween-Horror-Fest Europas. Seit 1998 schocken die Mitarbeiter in skurrilen Kostümen und mit viel Blut die Besucher des Parks – von Anfang bis Ende Oktober, immer donnerstags, freitags und samstags. Zu den festen Fahrgeschäften kommen an diesen Tagen noch fünf Horror-Labyrinthe und zwei Grusel-Shows.

Ab 18 Uhr, wenn die Sonne untergegangen ist, hört und spürt man es auf den Straßen: Die Zombies sind los. Der sonst so spaßige, fröhliche Park verwandelt sich in einen Horrorfilm. Tausende Besucher bewegen sich ab jetzt mit Angst, Schrecken und Gänsehaut von Attraktion zu Attraktion.

250 Zombies, untote Clowns und böse Märchenfiguren lauern in Horror-Labyrinthen wie dem „Deathpital“, dem „Baboo Twister Club“ und dem „Circus of Freaks“ hinter Glasscheiben, Gitterstäben oder frei laufend im dichten Nebel. Da ist Gänsehaut garantiert. Auch draußen ist es neblig, es riecht modrig und die Anspannung ist spürbar. Hinter jeder Ecke und mitten in den Menschenmengen können Monster lauern. Realistisch gekleidet, blutig geschminkt, mit Kontaktlinsen und geübtem Gesichtausdruck rennen die Untoten auf Besucher zu und verschwinden blitzschnell wieder in der Menge. Viele von ihnen sind mit Gegenständen wie echten, jedoch präparierten Kettensägen bewaffnet.

Als einzig sicherer Ort bleibt nur das Nickland – der Teil des Parks, der für die kleinen Besucher konzipiert wurde. Von 12 bis 17 Uhr feiern die Kinder hier ebenfalls Halloween, jedoch auf spaßige Weise, mit Kürbis-Schnitzen, Grusellabyrinth und Kinderschminken.

Es scheint, als haben die Mitarbeiter des Parks beim Halloween Horror Fest an die Bedürfnisse aller gedacht: Jung und alt, ängstlich und schreckfrei.

Jetzt müssen sich die Investitionen ersteinmal tragen

In der kommenden Saison können sich die Besucher und Fans des Movie Park Germany wieder auf die neueste Attraktion des Parks „The Lost Temple” freuen - eine Storyline rund um den Archäologen Dr. Jeffrey Carter. Hier wird mit 14 unterschiedlichen Stationen eine ganze Geschichte erzählt, an deren Ende eine 360-Grad-Leinwand und ein maßgeschneiderter Kurzfilm über die Abenteuer des Archäologen auf die Gäste warten.

„Insgesamt haben wir fünf Millionen Euro in diese Attraktion investiert“, so Geschäftsführer Thorsten Backhaus. Mit dem Geld hätten sie etwas Einmaliges geschaffen, denn diese Attraktion gebe es so kein zweites Mal auf der Welt. Für den so genannten „Immersive Tunnel“ wurden Spezialfirmen aus England und den USA engagiert, die die 46 Meter lange und fünf Meter hohe 360-Grad-Leinwand installiert und einen neuen Film eigens für die Attraktion produziert haben.

Die Meinungen der Besucher sind nicht alle positiv. Danny Döring (27) aus Warendorf sagt: „Die lange Wartezeit war es nicht wert. Man erwartet so viel von The Lost Temple. Es ist wohl eher was für die Kleinen“.

Weitere Neuheiten seien für das nächste Jahr nicht geplant. So hohe Geldbeträge „kann man nicht jedes Jahr leisten“, erklärt der Geschäftsführer. Trotzdem: Auf das Halloween-Horror-Fest können sich die Besucher im nächsten Jahr ebenfalls wieder „schrecklich“ freuen.

 
 

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