Nun erwartet das Hospiz die Gäste

Viele Bürger waren gekommen, um die Eröffnung des Hospizes zu feiern. Im Bild begrüßt sie Hospizleiter Christoph Voegelin.
Viele Bürger waren gekommen, um die Eröffnung des Hospizes zu feiern. Im Bild begrüßt sie Hospizleiter Christoph Voegelin.
Foto: Winfried Labus/WAZ-FotoPool

Für das neue Hospiz war das gestern ein Tag, wie künftig alle Tage sein sollten: voller menschlicher Wärme, Wohlwollen und tatkräftiger Unterstützung. Gestern wurde das Hospiz an der Osterfelder Straße eröffnet, am 3. März sollen die ersten Gäste aufgenommen werden.

Die künftigen Bewohner des Hauses werden ganz besondere Gäste sein. Sie werden kommen, um dort die letzte Strecke ihres Lebensweges zurückzulegen – umsorgt von Menschen, die ihnen auf dieser Etappe echte Begleiter sein wollen.

Eine Vorstellung, die in Bottrop von Anfang an in allen Bevölkerungskreisen auf große Resonanz gestoßen ist. Insgesamt sind bei den verschiedensten Spendenaktionen, bei Einzel- und Sammelspenden rund 300 000 Euro für das Haus zusammen gekommen. Nur deshalb auch konnte gestern fristgerecht die Eröffnung gefeiert werden. Politik, Verwaltung, Bürgerschaft, Geschäftswelt und Künstler – alle haben sie dabei mitgeholfen, aus einer Idee ein Haus für sterbende Menschen zu schaffen.

Und deshalb sah man auch nur frohe, entspannte Gesichter. „Das Engagement der Bottroper war weit größer, als wir gehofft hatten“, bilanzierte Hospizleiter Christoph Voegelin. Und mit dem Beginn der Um- und Ausbauarbeiten an der alten Chefarztvilla neben dem Knappschaftskrankenhaus habe die Spendenbereitschaft dann noch einmal zugenommen, so seine Beobachtung.

Beeindruckt von der großen Unterstützung in der Stadt ist auch Paul Mensing-Göke, Geschäftsführer der Hospiz Bottrop, Gemeinnützige Gesellschaft mbH. „Die Resonanz war und ist auch heute riesig“, freut er sich.

Die breite Unterstützung der Bürger hatte auch Oberbürgermeister Bernd Tischler gelobt. Acht Monate Bauzeit, darauf wies er in seiner Rede hin, das sei nur möglich gewesen, weil so viele Bürger mitgezogen hätten. Und er bat: Bitte weiter spenden. Denn darauf ist das Hospiz auch künftig dringend angewiesen.

Auch der Bauleiter ist zufrieden

Aber auch auf dem Bau sei alles reibungslos gelaufen, so Mensing-Göke. „Weil nur Profis dabei waren“, sagte er mit Blick auch auf Oliver Helmke, Bauträger und auch Beiratsmitglied. Dass alles etwas anders gelaufen ist auf dem Bau als üblich, bestätigte auch Frank Reinke, der Bauleiter, der Tag für Tag den Ablauf kontrollierte. „Hier waren die Entscheidungswege ganz kurz, es war eine gute Zusammenarbeit.“ Trotz all der Mühen der vergangenen Monate – auch auf der Baustellenseite keine Spur von Schluss-Hektik.

Nein, alles ist so, wie es sein sollte. Ein gelungener Auftakt für ein Haus, das ganz besonderen Menschen ein ganz besonderes, ein letztes Zuhause sein soll.

Die Bürger sind beeindruckt

Zur Eröffnung des Hospizes waren gestern aber nicht nur alle diejenigen gekommen, die ehren- und hauptamtlich mit der Hospizarbeit betraut sind – gestern sind auch viele Bottroper Bürger gekommen, um das Hospiz zu besichtigen. Im Tenor waren sie sich einig: „Ich find’ das Haus toll“, staunte auch Christa Josten. Sie ist mit ihrem Mann aus Kirchhellen gekommen um zu sehen, was sich hinter dem Begriff Hospiz verbirgt. „Sehr freundliche Räume“, so fasst sie ihre Eindrücke zusammen. „Es ist viel Grün rundherum, man kann aus jedem Fenster das Grün sehen, jedes Fenster hat einen guten Ausblick.“

Ein Haus wie dieses habe Bottrop gebraucht. „Ich glaube“, sagt sie, „dass es in Zukunft mehr Menschen sein werden, die ein Hospiz brauchen, denn der Familienverbund wird lockerer, nicht immer sind Familienmitglieder da, die einen sterbenskranken Angehörigen begleiten können. Ich finde das wirklich toll, dass es Menschen gibt, die sich darum kümmern.“

Beeindruckt ist auch Barbi Mohr, Vorsitzende der ambulanten Hospizgruppe. „Ich bin hingerissen“, sagt sie ganz spontan. Und was ihr wichtig ist: „Es macht auf mich einen offenen Eindruck. Das ist gut, denn es sollte ja auch nicht abgeschottet sein von der Welt.“

Das Sterben als Bestandteil des Lebens – im Bottroper Hospiz wird beides sichtbar miteinander verbunden.

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