Nordring: Polizei kontrolliert am Zebrastreifen

So soll es sein: Am Zebrastreifen auf dem Nordring in Höhe der Straße In den Weywiesen lassen die Autofahrer die Paulschüler passieren, die gerade ihre Radfahrausbildung absolvieren. Doch oft sieht das anders aus, sagt die Polizei: Autofahrer sind hier immer wieder viel zu schnell.Foto:Winfried Labus
So soll es sein: Am Zebrastreifen auf dem Nordring in Höhe der Straße In den Weywiesen lassen die Autofahrer die Paulschüler passieren, die gerade ihre Radfahrausbildung absolvieren. Doch oft sieht das anders aus, sagt die Polizei: Autofahrer sind hier immer wieder viel zu schnell.Foto:Winfried Labus
Foto: Winfried Labus/WAZ-FotoPool
Immer wieder beobachten die Beamten am Nordring, dass die Autofahrer am Fußgängerüberweg zu schnell sind. Jetzt gab es dafür Knöllchen. Hintergrund: An den Grundschulen läuft derzeit die Radfahrausbildung für die Viertklässler

Die Sicherheit von Fußgängern und Radlern auf Risikostrecken ist der Verkehrsdirektion der Polizei ein besonderes Anliegen. Weil an einem Zebrastreifen auf dem Eigen immer wieder Senioren und Schüler der Paulschule in Gefahr geraten, weil Autofahrer dort viel zu schnell unterwegs sind, haben die Beamten gestern Nägel mit Köpfen gemacht und Verkehrssünder zur Kasse gebeten.

„Das ist der klassische Fall“, schimpft Verkehrssicherheitsberater Rolf Schmidt, als der rote Transporter am Zebrastreifen am Nordring in Höhe der Straße In den Weywiesen einfach durchbraust, obwohl der Viertklässler der Paulschule mit seinem Fahrrad am Straßenrand steht. Aber diesmal bleibt es nicht beim Schimpfen. Schmidts Kollege wartet für solche Fälle mit seinem Polizeikrad in einer Einfahrt in der Nähe und verfolgt den Verkehrssünder. Auch die Ausrede des ertappten Fahrers war ein Klassiker, berichtet er, als er zurück kehrt: „Der stand doch noch weit weg vom Zebrastreifen.“

Noch krasser war ein Fall am Morgen, als ein Pkw-Fahrer fast eine Lehrerin der Paulschule auf dem Überweg angefahren hätte. „Das hat den Mann 90 Euro und einen Punkt in Flensburg gekostet“, rechnet Hauptkommissar Michael Verleger vor. Er beobachtet seit Jahren, „dass die Autofahrer an den Zebrastreifen viel zu schnell heranfahren oder Fußgängern ein Überqueren der Fahrbahn nicht ermöglichen. Besonders brisant wird das Fehlverhalten der Autofahrer dann, wenn Senioren oder Kindern den Zebrastreifen zum Queren nutzen.“ Deshalb hat er diesmal bei der jährlichen Radfahrausbildung für die Viertklässler der Paulschule dafür gesorgt, dass solche Verkehrsverstöße im Wortsinn auch verfolgt werden.

Die Paulschüler machen an diesem Morgen unter den Augen der Polizisten fast alles richtig. „Umschauen, Handzeichen geben, absteigen und am Überweg schauen, ob die Autos auch stehen bleiben“, erinnert Rolf Schmidt die jungen Radler, als sie den Zebrastreifen erreichen. Besonders das Absteigen ist wichtig, erläutert er: „Als Radfahrer hätten sie auf dem Zebrastreifen nämlich keine Vorfahrt.“

Nach erfolgreicher Straßenüberquerung sammeln sich die Viertklässler am Nordfriedhof. Das letzte Stück des Weges fahren sie über den Nordring. Und zwar auf der Fahrbahn und nicht auf dem Gehweg, sagt Verleger, der eine klare Position vertritt bei der Debatte um die Frage, wo Kinder besser aufgehoben sind: „Die Eltern finden das nicht ganz so toll, aber die Kinder finden das super. Auf der Fahrbahn sind sie einfach sicherer, weil sie besser gesehen werden.“

 
 

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