Neuer Band mit Reviergeschichten

Annika Stuke

Wie lässt sich die Liebe zum Ruhrgebiet mit schriftstellerischem Talent verbinden? Ganz einfach: durch ein Buch. Diese Idee stand am Anfang der Bottroper Autorengruppe „Arial-10“, die sich sich gegen Ende des Jahres 2012 gründete. Die sieben Autoren und eine Grafikerin lernten sich auf unterschiedlichen Wegen kennen. Während sich einige der Autoren auf der „Documenta“ in Kassel begegneten, kamen andere durch erst Lesungen in Kontakt.

„Es war ein bisschen wie beim Schneeballsystem, zum ersten Treffen brachte einer den anderen mit und schließlich hat sich eine bunt gemischte Gruppe von Schriftstellern gefunden“, sagt Bettina Döblitz, eine der Autorinnen von „Arial-10“.

Wie ein Zeitstrahl

Zum vergangenen Weihnachtsfest veröffentlichte der Verein ein eigenes Hörbuch mit vielen Texten und Geschichten. Jetzt ist auch das erste gemeinsame Buch mit dem Titel „Zeit-Areal Reviergeschichten von gestern bis morgen“ auf dem Markt erschienen.

„Da wir alle ein ganz unterschiedliches Alter haben, überlegten wir uns, unsere Geschichten und Ideen dem Oberthema der Zeit unterzuordnen“, erzählt Ulrike Geffert, Vorsitzende der Autorengruppe. „Zum einen behandeln wir unsere persönlichen Geschichten der Stadt Bottrop in unserer Anthologie. Zum anderen kombinieren wir darin jedoch auch unsere Verbundenheit zum Ruhrgebiet.“

Vor genau einem Jahr begann die Schreibphase für die Autorengruppe. In der darauf folgenden Zeit wurde an den Texten gefeilt, der Gruppe vorgestellt, von Probelesern bewertet und auch auf Lesungen getestet. „Am Ende hatten wir einen großen Fundus voller Texte und Ideen, die dann in die engere Auswahl gekommen sind“, erinnert sich Jan Langer. „Da die Texte von der Steinzeit bis zum dritten Jahrtausend reichen, ähnelt unser Buch einem Zeitstrahl“, sagt der Arial-10“-Autor.

Für die Gruppe ist das Schreiben nicht nur ein Hobby, sondern immer auch eine „Art von Befreiung“, weiß Bettina Döblitz. „Man hat immer Ideen im Kopf, die raus möchten“, ergänzt Jan Langer. So hat ein Großteil der Gruppe unterwegs immer einen Stift und einen Block dabei, um kreative Gedanken festhalten zu können.

Falls es trotzdem mal zu einer Schreibblockade kommt, weiß Jan Langer auf jeden Fall Rat: „Man sollte möglichst auf andere Gedanken kommen, denn auch unterbewusst arbeitet der Körper doch noch weiter.“

Obwohl alle Autoren die Liebe zum Schreiben verbindet, ist jedoch nicht jeder und jede von ihnen eine Leseratte. Während Kurt Guske alles liest, „was Buchstaben hat“, besitzt manch anderer gerade mal eine Handvoll Bücher. Das erste eigene Buch bekommt jedoch auf jeden Fall einen Ehrenplatz im heimischen Bücherregal.