Neubau des Martinszentrums geht zügig voran

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Kirche und Architekturbüro gehen beim Neubau des evangelischen Martinszentrums in Bottrops City vom einhalten des Zeitplans aus. Die Eröffnung könnte Ostern 2014 stattfinden. Ebenfalls eingehalten wird der Kostenrahmen von gut drei Millionen Euro.

Mit dem Bau des neuen Martinszentrums hinter der gleichnamigen Kirche bekommen nicht nur Bottrops Protestanten eine gestärkte neue Mitte. Auch Innenstadt und der bislang eher karge Bereich um das kleine historische Gotteshaus wird durch den Neubau belebt und erhält neuen urbanen Charakter.

Urbane Platzlösung

Bei der ersten Begehung des Baus mit Pfarrer Ulrich Schulte und den Architekten Christiane Deptolla und Franz-Jörg Feja des Recklinghäuser Architektenbüros Feja und Kemper - das den offenen und anonymisierten Wettbewerb 2011 gewann - zeigten sich die funktionale Dreiteilung des neuen Zentrums. Die städtebauliche Aufwertung des Areals zwischen Kulturzentrum, Parkhaus und Osterfelder Straße gewinnt durch die neue Platzlösung und die Fassadengestaltung Kontur.

„Idee war, einen Dreiklang zu bilden aus dem großen Platz vor der Kirche, dem intimeren, teils umschlossenen aber zur Stadt geöffneten Raum zwischen Kirche und Haupteingang des Zentrums und dem von außen nicht zugänglichen Garten“, sagt Christiane Deptolla.

Der Garten - wichtig vor allem für die neue Kindertagesstätte - wurde möglich, da der Baukomplex soweit wie es ging an die Grundstücksgrenze zum Durchgang Böckenhoffstraße (der umbenannt wird, siehe Infokasten) herangezogen wurde.

Um den Kostenrahmen von gut drei Millionen Euro (bis auf den Kita-Bereich überwiegend aus kircheneigenen Mitteln bestritten) nicht zu überschreiten, habe man zwar einige Abstriche zum Beispiel bei Holzbekleidungen, Parkettböden oder Deckenlösungen vorgenommen, so Franz-Jörg Feja. Aber an der Hochwertigkeit der Fassadengestaltung mit ihrer mehrgestaltigen Klinkeroptik wollten Architekten wie Hausherren keine Abstriche machen, betonten Feja und Pfarrer Ulrich Schulte.

Dadurch erhält beispielsweise auch der Durchgang zwischen Kirche und künftigem Foyer vor dem großen Saal sein einheitliches Gepräge. Durch die den neuen Vorhof abschließenden großen Glasflächen erhält der Komplex nicht zuletzt im Blick auf seinen öffentlichen Charakter eine wohltuende Geschlossenheit - in seiner Materialität angelehnt an den vorgelagerten Kirchenbau aber auch die bestehenden Bauten der Umgebung.

Innen atmet der Neubau bei aller lichten Großzügigkeit vor allem gediegene Funktionalität, ohne wie aus dem Allerweltsbaukasten zu wirken. Sicher schöne Aussichten für die künftigen Nutzer - Kita-Kinder, Jugendliche (im Obergeschoss) und Erwachsene, ob als Mitarbeiter, Ratsuchende, aktive Gemeindemitglieder oder Gäste.

Neuer Straßenname

Mit dem Neubau des Martinszentrums hinter der Kirche schafft die evangelische Stadtkirche fast so etwas wie ein neues protestantisches Quartier mitten in der City. Die Eröffnung ist Ostern geplant.Jetzt gab die Bezirksvertretung Mitte grünes Licht für die Umbenennung der Teils der Böckenhoffstraße entlang von Zentrum und Kirche. Künftig heißt dieser Abschnitt „An der Martinskirche“.

 
 

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