Nach den Zügen rollen Radler über ausgediente Bahntrassen

Die Kreuzung zwischen Flachglastrasse und Hans-Böckler-Straße mit Blickrichtung Oberhausen, viele Radler würden sich über einen Radweg auf der stillgelegten Strecke freuen.
Die Kreuzung zwischen Flachglastrasse und Hans-Böckler-Straße mit Blickrichtung Oberhausen, viele Radler würden sich über einen Radweg auf der stillgelegten Strecke freuen.
Foto: FUNKE FotoServices
Überlegungen zu stillgelegter Zechenbahn in der Boy und Flachglastrasse laufen. SPD fordert konkrete Radweg-Planungen gemeinsam mit den Nachbarstädten.

Bottrop.. Die Bahn geht – die Radler kommen. Auf vielen stillgelegten Schienen im Ruhrgebiet ist das längst Wirklichkeit, und auf Teilstücken gilt es auch in Bottrop. Etwa auf Stecken im Bereich Tetraeder und Alpincenter oder für die Zechenbahn Jacobi im Fuhlenbrock.

Infrage kommen aber weitere ausgediente Gleisstrecken: zum einen die Flachglas-Trasse, die Bottrop mit Oberhausen und Gladbeck verbindet, zum anderen die Zechenbahn in der Boy. Bei der sind sogar schon die Schienen abgebaut. Die Flachglas-Trasse ist seit Ende 2015 endgültig stillgelegt. Hier fährt nicht nur kein Zug mehr, die Bahn hat außerdem erklärt, dass sie die Strecke nicht mehr benötigt.

Zustimmung vom ADFC

Wie geht es nun weiter mit diesen beiden Trassen? Es gibt zahlreiche Stimmen, die fordern, auf diesen Strecken nun attraktive Radverbindungen zwischen den Städten zu schaffen. Unter anderem spricht sich der ADFC dafür aus.

Die SPD-Fraktion hat für die Sitzung des Bau- und Verkehrsausschusses am Donnerstag einen entsprechenden Antrag formuliert. Sie fordert die Verwaltung auf, über mögliche Nachnutzungen zu berichten und Konzepte zu erarbeiten, gegebenenfalls in Absprache mit den Nachbarstädten.

Kürzere Strecken mit dem Rad fahren

Franz Ochmann, Sprecher der SPD im Ausschuss, betrachtet das als einen Arbeitsauftrag. „Uns geht es darum, rechtzeitig das Augenmerk auf die Trassen zu richten und zu prüfen, ob sie als Radwege infrage kommen.“ Für die SPD sei das nur konsequent, schließlich habe die Stadt ein Klimaschutzkonzept erarbeitet, in dem das Fahrrad als wichtiger Bestandteil der Nahmobilität genannt ist. Die Bürger sollen also animiert werden, für kürzere Strecken aufs Rad statt ins Auto zu steigen. Das setzt attraktive Radwege voraus. „Trassen fernab des Straßenverkehrs sind eine gute Möglichkeit“, sagt Ochmann.

Die Verwaltung hat die beiden stillgelegten Strecken bereits im Visier. Für die Zechenbahn hat der Regionalverband Ruhr (RVR) eine Machbarkeitsstudie angestoßen. Die Strecke könnte Zubringer zum Radschnellweg Ruhr werden, der Hamm und Duisburg verbinden soll, sagt Christina Kleinheins, Leiterin des Planungsamtes.

Die Prüfungen laufen unter dem Titel „Radschnellweg mittleres Ruhrgebiet“. Aktuell gehe es darum, herauszufinden, wo Zufahrten möglich sind. „Es wird geprüft, wo Radfahrer auf die Strecke kommen können, wo es Anschlussmöglichkeiten an bestehende Wege gibt“, so Christina Kleinheins. Schließlich sind solche Radwege nur sinnvoll, wenn es genügend Anschlussmöglichkeiten gibt.

Nicht ganz so weit gediehen sind die Planungen für die Flachglastrasse. Allerdings habe es bereits Kontakte zu den Verantwortlichen in Gladbeck und Oberhausen, sagt die zuständige Abteilungsleiterin im Planungsamt, Natascha Dietz. Sie stellte fest: „Alle wollen, dass etwas passiert.“ Angedacht sei ein Vorstoß beim RVR, ob der die Strecke nicht im Zuge der Planungen für die Radschnellwege berücksichtigen könne. „Wir wünschen uns auch da eine Machbarkeitsstudie wie für die Zechenbahn“, sagt Natascha Dietz.

Erste Absprachen

Grundsätzlich hat man bei der Verwaltung die Trassen also auf dem Schirm und meldet frühzeitig Interesse an den Radwegen an. Damit sich nicht wiederholt, was beim lange diskutierten Alleen-Radweg Richtung Kirchhellen und Dorsten geschah:

 
 

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