Musik umrahmt Heilig-Abend-Feier

Heiligabendfeier im Evangelischen Gemeindehaus an der Osterfelderstr. in Bottrop am Montag, 24. Dezember 2012. Foto: Heinrich Jung WAZ FotoPool
Heiligabendfeier im Evangelischen Gemeindehaus an der Osterfelderstr. in Bottrop am Montag, 24. Dezember 2012. Foto: Heinrich Jung WAZ FotoPool
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Die Einladung der evangelischen Kirche ins Mehrgenerationenhaus an Heilig Abend richtet sich an die 200 Bottroper, die das Fest sonst einsam verbringen müssten.

„Viele Menschen sind heute hier: Inländer, Ausländer, Menschen mit unterschiedlichen Lebenserfahrungen, Menschen, die in ihrem Leben alle schon Kreuze auf sich genommen und getragen haben.“ Pfarrer Ulrich Schulte fand einfühlsame Worte bei seiner Andacht im Mehrgenerationenhaus an der Osterfelder Straße. Wie in den Jahren zuvor gab die Aktion „Heilig Abend nicht allein“ jenen eine Adresse, die das Fest ansonsten einsam verbracht hätten.

„Gott kommt gerade zu den Menschen, die nicht immer auf der Sonnenseite des Lebens stehen“, meinte der Geistliche. Darum gelte dieses Zusammenkommen den rund 200 Bottropern, die sich gerade am Heiligen Abend einsam fühlten, und auch den Wohnungs- und Mittellosen, die an Heilig Abend ein wenig Geborgenheit erfahren möchten.

Festliche Stimmung

Nach der Andacht, bei der nicht nur die Weihnachtsgeschichte vorgelesen wurde, sondern der ganze Saal in die Weihnachtslieder einstimmte, sorgten ein Saxofon-Ensemble und ein Chor für festliche Stimmung. Fast 40 Ehrenamtliche halfen dabei, den Gästen Kaffee und Kuchen zu servieren.

Die Idee zu dieser Feier war vor 43 Jahren in Reihen der Evangelischen Jugend Bottrop geboren worden. Sie organisierte die ersten Kontakte und initiierte die Feier zunächst im Keller des Gemeindehauses in einem kleinen Rahmen. Ein wachsender Zuspruch ließ nicht lange auf sich warten.

Christopher Wittmers, heutiger Hauptorganisator, freut sich darüber, dass sich hier Menschen kennen lernen und ins Gespräch kommen, um Weihnachten auf eine besondere Art zu erleben. „Der Saal ist voll - aber das Traurige ist: Alle Menschen, die hier sind, wissen nicht, wohin sie sonst gehen sollten.“

Nach dem Kuchen gibt es später am Abend ein Abendessen von der Suppenküche Kolüsch. Dieses Mal hat sie Rindergeschnetzeltes mit Gemüse auf der Karte.

Die Finanzierung des Nachmittags ist gesichert durch Spenden, einen Zuschuss der Stadt und die evangelische Kirche als Projektträger. „Wenn ich abends aus dem Saal gehe und in die Gesichter der Menschen schaue, weiß ich sicher, dass ich das nächste Jahr wieder mit vorbereiten möchte“, sagt Christopher Wittmers.

Ohne die Hilfe von zahlreichen Ehrenamtlichen wäre die Veranstaltung unmöglich. Zum ersten Mal dabei ist Patrick Rosendahl. Der 27-Jährige empfindet seinen Einsatz nicht als ein Opfer, im Gegenteil: „Normalerweise verbringt man den Nachmittag sowieso nur mit Vorfreude. Bei meiner Familie stoße ich auf Verständnis und Respekt, dass ich mithelfe.“

Gegen 19 Uhr leert sich der Saal langsam. Jeder bekommt noch eine gut gefüllte Weihnachtstüte geschenkt, dann werden einige vom eigens eingerichteten Fahrdienst nach Hause gebracht. Sicherlich wird keiner der Besucher diesen Heiligen Abend so schnell vergessen.

 

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