Mülltrennung: Stadt Bottrop erspart Anwohnern fünfte Tonne

Norbert Jänecke
Die blaue Tonne wird zweimal im Jahr zur Wertstofftonne.
Die blaue Tonne wird zweimal im Jahr zur Wertstofftonne.
Foto: WAZ FotoPool
Die Bottroper Entsorung und Stadtreinigung sammelt kleine Elektrogeräte oder Haushaltsartikel aus Metall oder Kunststoff zweimal im Jahr in den blauen Altpapiercontainern ein. Bürger können solche Wertstoffe auch zum Sperrmüll legen oder auf den Recyclinghöfen abgeben.

Bottrop.  Nein, mit einer fünften Mülltonne müssen sich Anwohner nicht auch noch abfinden, versichert die Bottroper Entsorgung und Stadtreinigung (Best). „Wir wissen um diese Sorgen, doch die müssen sich die Bürger gar nicht machen“, sagte Best-Sprecherin Nicole Gottemeier. Der Best-Verwaltungsrat hat jetzt beschlossen, dass die Stadt ihre Aufgabe, ab 2015 zur besseren Wiederverwertung Abfälle aus Papier, Metall, Kunststoff, Glas, und ja auch den Biomüll getrennt zu sammeln, anders erfüllen wird.

Pilotversuch erfolgreich

Das meiste davon erledigt die BBest ja ohnehin schon mit den grauen Tonnen für Restmüll, gelben Tonnen für Verpackungen, blauen Tonnen für Papier und braunen Tonnen für Bioabfälle. Altglas können Anwohner in Container werfen - und für die zusätzlichen Wertstoffsammlungen sollen auch nächstes Jahr weiterhin die erprobten blauen Tonnen dienen.

„Im Frühjahr und im Herbst wird die blaue Tonne dann auch ab dem kommenden Jahr wieder zur Wertstofftonne. Das System hat sich ja so bewährt“, sagte Nicole Gottemeier. Zu diesem Ergebnis war die Best nach der versuchsweisen Nutzung der blauen Tonne als Wertstofftonne gekommen. Im März und September des vorigen Jahres konnten Anwohner in die zuvor geleerten Papiertonnen auch Altmetall wie zum Beispiel Töpfe oder Pfannen, Kunststoff wie etwa Blumentöpfe oder Plastikschüssel und kleine Elektrogeräte wie Bügeleisen oder Rasierer legen. Die Best-Mitarbeiter leerten die so zur Wertstofftonne umfunktionierten blauen Müllgefäße jeweils einen Tag nach der Altpapier-Abholung aus.

Gut 190 Tonnen an Wertstoffen sammelte die Best auf diese Weise im Vorjahr ein. Rund 100 Tonnen waren es bei der ersten Sammlung gewesen, etwa 90 Tonnen bei der zweiten. Bei der ersten Sammlung in diesem Jahr fielen noch einmal 70 Tonnen an Elektrokleingeräten, Metallen und Kunststoffteilen an. Der Best-Vorstand sieht das als Erfolg an. Statistisch gesehen habe jeder Bürger etwas mehr als zwei Kilogramm an wiederverwertbaren Stoffen abholen lassen. „Die blaue Tonne ist für jeden gebührenfrei“, hebt Best-Sprecherin Nicole Gottemeier hervor. „Wer sie dennoch nicht hat, der kann solche Wertstoffe ja auch bei einer Sperrmüllsammlung oder auf den Recyclinghöfen abgeben“, erklärte sie.

Das Ziel von NRW-Umweltminister Remmel, auch mehr Bioabfälle getrennt einzusammeln, ist in Bottrop nach einer Best-Bilanz übrigens längst erreicht. Wie berichtet, hat jeder Anwohner gut 136 Kilogramm Biomüll pro Jahr in die braune Tonne geworfen. Gut 80 Prozent der Haushalte habe eine braune Tonne und Stichproben hätten ergeben, dass die Abfälle gut verwertbar sind.