Mit Hilfe durch die Ausbildung

Nutzen die Chance der „Assistierten Ausbildung“: Marcel Heitjohann und seine Chefin Martina Peukert
Nutzen die Chance der „Assistierten Ausbildung“: Marcel Heitjohann und seine Chefin Martina Peukert
Foto: FUNKE Foto Services
  • Arbeitsagentur bietet seit einem Jahr Möglichkeit der „Assistierten Ausbildung“
  • Jugendliche mit schwachen Schulnoten werden so bis zum Abschluss unterstützt
  • Chance für Betriebe, die motivierte und fleißige Azubis suchen

Bottrop..  Deutsch und Mathe sind nicht sein Ding. Und lange Zeit hatte Marcel Heitjohann vergeblich nach einem Ausbildungsplatz gesucht. Endlich hat es nun geklappt: Martina Peukert, Inhaberin des Second-Hand-Ladens Allerhand im Eigen, gibt dem 22-Jährigen eine Chance und den lang ersehnten Ausbildungsplatz. Mit Unterstützung der Agentur für Arbeit. Denn Marcel macht eine so genannte „Assistierte Ausbildung (AsA)“, um den Beruf der Fachkraft für Möbel-, Küchen- und Umzugsservice zu erlernen.

„Seit einem Jahr gibt es dieses Angebot von Arbeitsagentur und Jobcenter, allerdings ist es noch wenig bekannt“, erklärt Frank von Kiedrowski, Berufsberater der Agentur für Arbeit in Gelsenkirchen. „Hintergrund ist der, dass alljährlich zahlreiche Ausbildungsplätze unbesetzt bleiben und andererseits Jugendliche mit schwächeren Schulnoten kaum eine Chance haben, einen Ausbildungsplatz zu finden.“ Hier setzt das Instrument der Assistierten Ausbildung an: Sowohl Jugendliche wie Betriebe werden während der gesamten Ausbildungszeit begleitet und unterstützt. So gibt es - je nach Bedarf - vier bis neun Stunden Nachhilfeunterricht wöchentlich, um Sprach- und Bildungsdefizite aber auch fachtheoretische Fertigkeiten aufzuarbeiten. Die Betreuung übernimmt ein von der Arbeitsagentur beauftragter Bildungsträger.

Martina Peukert, Inhaberin von ‘Allerhand’ weiß das Angebot der Assistierten Ausbildung sehr zu schätzen. Zwar gab die gelernte Sozialpädagogin Jugendlichen mit nicht so guten Noten schon immer die Chance zur Ausbildung, aber AsA unterstütze dieses Engagement zusätzlich. „Wir haben eine weitere Jugendliche, die im zweiten Jahr eine assistierte Ausbildung absolviert und sie hat auf ihrem Zeugnis nur gute und befriedigende Noten sowie eine Vier.“

Marcel hat seine Ausbildung im „Allerhand“ gerade erst begonnen, nachdem er sich zuvor sechs Monate ein Bild im so genannten EQJ - Einstiegsqualifizierungsjahr - machen konnte. „Mir hat die Arbeit sofort gut gefallen, sie ist abwechslungsreich und anspruchsvoll“, so der 22-Jährige. Mit dem Abschluss der Förderschule in der Tasche, arbeitete er zunächst vier Jahre als Leiharbeiter „und ich war immer wieder arbeitslos“, so Marcel. Im EQJ habe er freiwillig schon die Berufsschule besuchen können. „Ich musste mich ziemlich anstrengen, hab aber immer alle Hausaufgaben gemacht“, erzählt Marcel.

Nachdem das EQJ gut gelaufen ist, sind Marcel und seine Chefin nun zuversichtlich, dass es auch mit der Ausbildung klappt. „Manchmal schlägt das Leben Haken und die Noten passen dann halt nicht. Aber jeder hat seine Chance verdient! Mir ist wichtig, dass die Jugendlichen Fleiß, Zuverlässigkeit und Motivation mitbringen“, so Peukert. „Und mit etwas Unterstützung klappt es dann auch in der Berufsschule.“ Marcel will die Ausbildung unbedingt schaffen: „Es macht mir Spaß! Klar, es kommen große Herausforderungen, wenn es darum geht, all das Technische zu lernen. Aber ich schaffe das!“

Chancen für Jugendliche und Betriebe

Die Assistierte Ausbildung (AsA) ist ein Förderangebot der Agentur für Arbeit, um Jugendliche mit schwachem Schulabschluss während der Ausbildung zu unterstützen. Parallel dazu gibt es die ausbildungsbegleitenden Hilfen (abH) für Jugendliche, die ihre Ausbildung bereits vor dem 1. September 2015 (Start der AsA) begonnen haben. Für Azubis und Betriebe entstehen keine Kosten.


Infos gibt es für Arbeitgeber beim Arbeitgeber-Service unter Tel: 0800 4 55 55 20 und für Jugendliche unter der Nummer Tel: 0800 4 55 55 00.

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