Minister will Strukturwandel beschleunigen

Zukunftsfragen der Region berieten Mitglieder der wirtschaftsfördernden Organisation WiN Emscher-Lippe auf einer Tagung im Rathaus. Foto: Winfried Labusl
Zukunftsfragen der Region berieten Mitglieder der wirtschaftsfördernden Organisation WiN Emscher-Lippe auf einer Tagung im Rathaus. Foto: Winfried Labusl
Foto: Winfried Labus / WAZ Foto Pool

Bottrop..  Einblicke darüber, was den Städten der Emscher-Lippe-Region an Zukunftsproblemen unter den Nägeln brennt, konnte NRW-Wirtschaftsminister Harry Voigtsberger mit nach Düsseldorf nehmen. Er hatte am Freitag an einer Konferenz der zwölf Stadtoberhäupter und der Vertreter der Privatwirtschaft teilgenommen, die in der wirtschaftsfördernden Organisation WiN Emscher-Lippe GmbH zusammengeschlossen sind und im Bottroper Rathaus tagten.

Es sind die Schatten, die das Ende des subventionierten Bergbaus 2018 auf die Region werfen: Mit Stilllegwung der beiden letzten Bergwerke Prosper Haniel in Bottrop und Auguste Victoria in Marl werden nicht nur 8000 direkte Bergbau-Arbeitsplätze wegfallen, sondern weitere 10 000 in den Mantel-Industrien. Für die WiN ist klar, dass zum Ausgleich noch massive Anstrengungen zu leisten sind.

Die Arbeitsfelder sind definiert. So sollen die Kernkompetenzen der Region - darunter fallen vorrangig die Industrien Chemie, Energie, Gesundheit und Freizeit - weiter ausgebaut werden. Die zügige Erschließung neuer Flächen für gewerbliche Ansiedlungen besitzt ebenfalls eine hohe Priorität.

Davon zeigte sich auch der Minister überzeugt, habe er doch schon die Erfahrung machen müssen, dass sich „das Land um Investoren bemüht, auch welche findet, aber im Zweifel dann keine Flächen zur Niederlassung anbieten kann.“ Hier müsse dringend etwas geschehen, wobei Voigtsberger die Unterstützung des Landes zusagte. „Wir können solche Probleme nur Seite an Seite lösen.“

Das gelte zudem für die Frage des Eigenanteils (zumeist zehn Prozent), den die Städte zur Entwicklung ihrer Flächen aufbringen müssen. Wegen ihrer nahezu durchgängig hohen Verschuldung sind sie dazu nicht mehr in der Lage. Voigtsberger: „Das kann aber nicht der Schluss der Entwicklung sein.“ Im Rahmen einer neuen kommunalen Finanzierung müsse schnell ein Weg aus dieser Sackgasse gefunden werden. Er halte die Eigenanteile nicht für unumstößlich.

Bernd Tischler, Aufsichtsratsvorsitzender der WiN, bekräftigte seine Forderung: „Fördergelder müssen dann schnell und unbürokratische bereitgestellt werden, wenn der Bedarf angemeldet wird“.

Zur Stärkung des örtlichen Mittelstandes kündigte der Minister die Aufrechterhaltung von wirtschaftsfördernden Programmen und Wettbewerben an. „Ich diskutiere außerdem zurzeit ein neues Mittelstandsgesetz. Es hat aber nur dann eine Chance, wenn es dem Mittelstand wirklich etwas bringt.“

 
 

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