„Meine Heizung kann mehr“

Akke Wilmes, Energieberater der Verbraucherzentraleinformiert über den „Hydraulischen Abgleich".
Akke Wilmes, Energieberater der Verbraucherzentraleinformiert über den „Hydraulischen Abgleich".
Foto: WAZ FotoPool
Aktion der Verbraucherzentrale macht auf das verborgene Energiesparpotential in Heizungen aufmerksam. Ein „Hydraulischer Abgleich“, durchgeführt von einem Experten kann sinnvoll sein und helfen, Geld zu sparen.

Bottrop.  In Nordrhein-Westfalens Heizungen liegt jede Menge Energiespar- und damit Geldsparpotenzial verborgen – darauf macht die Verbraucherzentrale NRW mit ihren aktuellen Aktionswoche „Meine Heizung kann mehr“ aufmerksam. Das Stichwort dazu lautet „hydraulischer Abgleich“. Was sich hinter diesem komplizierten Namen verbirgt, weiß Energieberater Akke Wilmes von der Verbraucherzentrale Bottrop: „Ziel ist die richtige Abstimmung zwischen Heizkessel, Pumpe und Thermostatventilen.“

Teufelskreis durchbrechen

An genau dieser fehle es bei 90 Prozent aller Heizungen. Die Folge: störende Geräusche in Rohrleitungen und eine ungleiche Wärmeverteilung. Denn während die weit vom Heizkessel entfernten Heizkörper dann nicht richtig warm würden, gäben die kesselnahen Heizkörper zu viel Wärme ab. „Das führt dazu, dass die verbrauchte Energie nicht optimal genutzt werden kann. Und natürlich kommt es auch zu Komforteinbußen“, weiß Akke Wilmes. Werde die Pumpleistung aufgrund der mangelnden Erwärmung einzelner Räume dann noch erhöht, stelle sich ein zusätzlicher Stromverbrauch ein.

Um diesen Teufelskreis zu durchbrechen, kann ein Heizungsfachmann den hydraulischen Abgleich vornehmen: „Dabei wird die notwendige Durchflussmenge für jeden Heizkörper ermittelt und an den voreinstellbaren Thermostatventilen reguliert“, erläutert Akke Wilmes, „So wird jede Heizfläche genau mit der jeweils erforderlichen Wassermenge versorgt.“

Investition macht sich bezahlt

Das Verfahren eigne sich vor allem für Gebäude, die zwischen 1978 und 2000 errichtet wurden, wie Wilmes berichtet. Auch bei einer kürzlich erfolgten energetischen Sanierung sei auf die Durchführung eines hydraulischen Abgleichs zu achten. Lohnend sei das Ganze jedoch nur, wenn die Kosten des Verfahrens die jährlichen Heizkosten nicht überstiegen: „Die Kosten liegen bei 25 bis 100 Euro pro Heizkörper“, gibt Energieberater Wilmes an. Je nachdem, wie viele Thermostatventile ersetzt werden müssen und ob die Heizungspumpe ausgetauscht wird, betragen die Kosten des hydraulischen Abgleichs für ein Einfamilienhaus zwischen 600 und 1250 €.

Diese Investition könnte sich schon nach fünf bis acht Jahren bezahlt machen – und nicht nur das: „Durch die gleichmäßige Erwärmung aller Heizkörper ist ein Plus an Komfort zu erwarten“, weiß Akke Wilmes. Außerdem könne man so letztlich auch zur Emissionsminderung und damit zum Klimaschutz beitragen.

 
 

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