Mehr Menschen auch in Bottrop suchen Obdach

Vier Bands, darunter „Thee Minute Record“ (Bild), spielten für den guten Zweck und die ESB.
Vier Bands, darunter „Thee Minute Record“ (Bild), spielten für den guten Zweck und die ESB.
Foto: FUNKE FotoServices
  • Zahl der Betroffenen hat sich in fünf Jahren fast verdoppelt
  • Evangelische Sozialberatung erweitert ihr Programm
  • Benefizkonzert spielt Geld für die Suppenküche der ESB ein

Bottrop.. Immer mehr Menschen brauchen Unterstützung, um an das Nötigste in ihrem Leben zu kommen. Eine Einrichtung, die sich auch darum kümmert, dass Betroffene Obdach und eine Mahlzeit erhalten, ist die Evangelische Sozialberatung Bottrop (ESB). „Leider mussten wir feststellen“, sagt ESB-Sozialarbeiterin Claudia Kretschmer, „dass sich die Zahl der Betreuten in den letzten fünf Jahren fast verdoppelt hat“. Den wesentlichen Grund dafür sieht die Sozialarbeiterin im Strukturwandel des Ruhrgebiets, durch den „viele Hilfsarbeiter, die früher hierher kamen, keine Arbeit mehr finden. Gleichzeitig sind die Mieten gestiegen, was Menschen in die Wohnungslosigkeit führt“.

Ein Konzert mit vier Bands

Die ESB betreibt unter anderem die Suppenküche „Kolüsch“, dem Restaurant der Herzen, in dem seit Jahrzehnten den Bedürftigen in den Wintermonaten eine warme Mahlzeit spendiert wird. Weil die Einrichtung nicht nur vom guten Willen der ehrenamtlichen Mitarbeiter lebt, ließ die ESB am Samstag mit einem Punkrock-Benefizkonzert eine alte Tradition wieder aufleben. In der Aula der Schule Welheim ging vor 200 Zuschauern das Konzert mit vier Bands über die Bühne. Es platziert sich in eine Reihe von Veranstaltungen anlässlich des 30-jährigen Bestehens des Evangelischen Sozialdienstes.

Helfer, Besucher, Veranstalter und die verschiedenen Bandmitglieder mischten sich am Samstag untereinander. „Alle, die hier heute helfen, sind ehemalige Betreute von uns. Frei nach dem Motto: Ihr habt uns geholfen, also helfen wir euch“, sagt Claudia Kretschmer, die an die Anfänge erinnert: Ursprünglich war die ESB 1986 als ambulante Anlaufstelle und somit Gegenpol zu allen stationären Einrichtungen für Menschen ohne oder nur mit sehr wenig finanziellen Mitteln gegründet worden.

Neues Projekt

„Seit etwa einem halben Jahr haben wir ein Renovierungsprojekt“, erzählt ESB- Sozialarbeiter Felix Brill. In Absprache mit dem Sozialamt und dem Jobcenter versuche die ESB, Menschen vor der Verwahrlosung zu bewahren. „Wir renovieren Wohnungen oder sorgen dafür, dass Wohnungslose wieder an das Leben in einer Wohnung gewöhnt werden“, so Brill. Man sorge auch dafür, dass Umzüge in barrierefreie Wohnungen für Menschen mit Behinderungen ermöglicht werden.

Mitte Dezember öffnet wieder die Suppenküche

Wenn demnächst wieder von Mitte Dezember bis Mitte März die Suppenküche Kolüsch den Bedürftigen und Wohnungslosen ihre Dienste zur Verfügung stellt, dann kann ein Teil der Kosten aus den Einnahmen des Benefizkonzerts gedeckt werden. Dessen Mitorganisator war übrigens - wie schon zum Auftakt 1992 - Oliver Balgar, Bandmitglied der Gruppe „So What“, die am Samstag ebenfalls auf der Bühne stand.

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