Mehr Hilfen für Sterbenskranke

Sie bauen ein Palliativnetz in Bottrop auf (v.li.): Gero Wallenfang, Eva Baragano Ron , Angelika te Poel-Kersten, Manfred Thols, Christian Zimmer, Ralf Eichner, Peter Stadtmann, Christian Busch.
Sie bauen ein Palliativnetz in Bottrop auf (v.li.): Gero Wallenfang, Eva Baragano Ron , Angelika te Poel-Kersten, Manfred Thols, Christian Zimmer, Ralf Eichner, Peter Stadtmann, Christian Busch.
Foto: WAZ FotoPool

Sterbenskranke Patienten sollen bald eine zusätzliche, umfassende Hilfe auf der letzten Wegstrecke ihres Lebens erhalten: Sie sollen künftig auch zu Hause palliativmedizinisch versorgt werden. Ärzte und ein Apotheker haben jetzt den ersten Schritt getan, um ein solches Gesamt-Angebot in Bottrop aufzubauen: Sie haben den Verein „Palliativnetz Bottrop" gegründet.

Was abstrakt klingt, meint aber eine sehr konkrete Hilfe. „Es geht um die Patienten, die zu Hause sterben möchten“, erläutert Gero Wallenfang, Hausarzt und Gründungsmitglied. Bei ihnen stehe nicht die Heilung an allererster Stelle, sondern eine sehr individuelle Begleitung. Es gehe auch nicht nur um Tumorpatienten, sondern um unheilbar Kranke, Demenz- und Alzheimerkranke und um Krebspatienten in einer schwierigen Chemotherapie und ihre Angehörigen.

Zusatzausbildung

Der Hausarzt allein könne die Betreuung eines Sterbenden rund um die Uhr nicht leisten. „Aber Hausärzte sollen ihre Patienten nicht an ein Krankenhaus abgeben müssen, wenn die Menschen zu Hause bleiben möchten“, sagt Angelika te Poel-Kersten, Hausärztin und Gründungsmitglied. „Wir betreuen den Patienten mit dem Hausarzt.“ Sie hat wie die anderen Gründungsmitglieder eine Zusatzausbildung als Palliativmedizinerin abgelegt.

Zu dem künftigen Palliativ-Gesamtkonzept gehört unter anderem eine spezielle Schmerzbehandlung. „Die Palliativmedizin kann Schmerzen weitgehend nehmen, der Patient behält dabei sein Bewusstsein“, verspricht Christian Busch, ärztlicher Leiter der zentralen Notaufnahme im Marienhospital und Vorsitzender des Vereins. „Wir verlängern das Leben nicht. Aber: Wir geben keine Sterbehilfe.“ Darauf legen die Ärzte großen Wert. „Wir können Ängste nehmen, wir können Luftnot lindern, wir können die Angst vor Einsamkeit nehmen, wir helfen, die Lebensqualität eines sterbenden Menschen zu verbessern.“

Damit dies gelingt, arbeiten die Mitglieder des neu gegründeten Vereins an einem Gesamtkonzept. Seelsorger, Krankenschwestern mit einer Zusatz-Qualifikation, Koordinatoren, Psycho-Onkologen, die sich in besonderer Weise um Krebskranke kümmern, und auch die Ehrenamtlichen der Hospizgruppe sollen mit in das Netzwerk aufgenommen werden.

Als nächsten Schritt zum Aufbau eines umfassenden Dienstes rund um die Uhr soll Mitte 2013 eine Telefon-Zentrale eingerichtet werden. Und: „Kollegen, die mitmachen möchten, sind herzlich eingeladen“, appelliert Dr. Rolf Eichner (Facharzt für Innere Medizin).

Weitere Infos im Internet unter:

www.palliativnetz-bottrop.de

 
 

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