Linkspartei stören Möbelhaus-Anzeigen in SPD-Blatt

Das Möbelhaus Ostermann - seine Anzeigen erscheinen auch in der SPD-Zeitung „Wir in Bottrop“.
Das Möbelhaus Ostermann - seine Anzeigen erscheinen auch in der SPD-Zeitung „Wir in Bottrop“.
Foto: WAZ FotoPool
Linken-Ratsherr Schmidt sieht darin eine Einflussnahme auf die stärkste Kraft im Rat bei Entscheidungen über die Anzahl der verkaufsoffenen Sonntage.

Bottrop..  Die Linkspartei wirft im Streit um die verkaufsoffenen Sonntage die Frage auf, ob SPD-Mitglieder bei der anstehenden Entscheidung im Rat befangen sein könnten. Aus Sicht des Linken-Ratsherrn Niels Holger Schmidt gibt es über die SPD-Zeitung „Wir in Bottrop“ eine „wirtschaftliche Verflechtung der hiesigen SPD mit Firmen, die von Entscheidungen des Rates“ profitieren.

SPD-Chef kündigt Stellungnahme an

Schmidt verweist darauf, dass das Möbelhaus Ostermann regelmäßig in der SPD-Zeitung wirbt. Ein Inserat von Ostermann ist auch in der September-Ausgabe abgedruckt. „Diese Verflechtung der SPD einerseits als Zeitungsherausgeber und Anzeigenverkäufer, der bei Händlern kassiert, und andererseits als größte Ratsfraktion, die auch für eigene Anzeigenkunden Privilegien wie die Sonntagsöffnung durchsetzt, ist unerträglich“, meint der Ratsherr.

Wie berichtet, soll der Rat darüber entscheiden, ob im nächsten Jahr erneut vier verkaufsoffene Sonntage in Stadtmitte und drei in Kirchhellen stattfinden dürfen. Außerdem soll es nach den Vorschlägen der Stadtverwaltung wieder vier verkaufsoffene Sonntage in der Boy geben. „Als größter Händler im Bereich Boy kann Ostermann so an vier Sonntagen im Jahr zusätzlich öffnen“, kritisiert Schmidt.

SPD-Vorsitzender Michael Gerdes, der offizieller Herausgeber der Zeitung „Wir in Bottrop“ ist, ließ ausrichten, dass er nach Rücksprache mit seinen für das Blatt außerdem verantwortlichen Parteifreunden zu den Vorwürfen der Linkspartei Stellung nehmen werde. Der SPD-Unterbezirk gab das Blatt zuletzt zweimal im Jahr heraus. Um die Anzeigen darin kümmert sich SPD-Ratsherr Frank Beicht. So ist es im Impressum ausgewiesen. Beicht ist auch Sprecher der SPD im Ratausschuss für Wirtschaftsförderung. Die Gestaltung des SPD-Blattes übernimmt laut Impressum eine Mitarbeiterin seines Verlages, Ruhrmedien. Der Essener Verlag führt das SPD-Blatt auch in seiner Referenzliste.

 
 

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