Linke begrüßt jetzt Bombecks Entschuldigung

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Die Äußerung von ÖDP-Ratsherr Johannes Bombeck gegenüber Linke-Ratsherr Sahin Aydin sei nicht richtig verstanden worden. Die Linkspartei nimmt ein Gesprächsangebot an. Von „Rassismus“ ist keine Rede mehr.

Bottrop..  Im Zuge der Rassismusdebatte lenkt die Linke nun ein. In einer am Donnerstag veröffentlichten Presseerklärung ist nicht mehr länger von Rassismus die Rede. Zur Erinnerung: Den hatte die Linkspartei dem ÖDP-Ratsherrn Johannes Bombeck vorgeworfen, nachdem er in der Sitzung des Hauptausschusses dem Linke-Ratsherrn Sahin Aydin vorgeworfen hatte, er könne ihn nicht verstehen.

Nach der Ausschusssitzung hatte sich Bombeck für Ton und Wortwahl seiner Äußerungen entschuldigt, nicht jedoch für den Inhalt. Das nahm die Linke zum Anlass, Bombeck Rassismus vorzuwerfen. In der Mitteilung der Linkspartei vom 9. März – die auf der Internetseite der Bottroper Linkspartei inzwischen nicht mehr abrufbar ist – heißt es: „Er kritisierte Herrn Aydins Aussprache und sagte, er wolle ihm nicht mehr zuhören, bis er richtig Deutsch gelernt habe.“

Die Auswertung des Wortprotokolls und des Tonbandmitschnittes der Sitzung hätten nun ergeben, dass „Ratsherr Sahin Aydin und auch weitere Teilnehmer der Sitzung die Äußerungen von Herrn Bombeck im Wortlaut nicht vollständig richtig verstanden“ hätten. Das habe zu einer „nicht wortgetreuen Wiedergabe“ geführt.

Wortprotokoll

Im Wortprotokoll für den Hauptausschuss, das der WAZ vorliegt, wird Bombeck zitiert: „Herr Aydin, ich möchte, wenn Sie hier eine Stellungnahme abgeben, die verstehen können. Ich möchte, dass Sie das vernünftig hier vortragen. Ich habe nichts von dem verstanden, was Sie hier gesagt haben.“

Inzwischen „begrüßt“ die Linkspartei die Entschuldigung Bombecks: „Wir erkennen an, dass Herr Bombeck erkannt hat, dass sein Tonfall und seine Wortwahl unangemessen waren. Er hat ausdrücklich seinen aggressiven Unterton in der Entschuldigung erwähnt. Für diese Einsicht danken wir.“

Kritik übt die Linke lediglich noch an folgender Aussage: „Ein deutsches Ratsmitglied, egal wo es herkommt, kann sich hier vernünftig äußern. Es gibt genügend Türken, Polen, Bulgaren, Rumänen, Russen, die in unseren Beiräten mitarbeiten und die ich besser verstehen kann.“ Dadurch fühle sich Aydin „diskriminiert“. Ein Gesprächsangebot, das Bombeck schon in einem Schreiben am 7. März gemacht habe, will die Linke nun annehmen.

Gegenüber der WAZ spricht Johannes Bombeck von „Größe“ und „Respekt“, die es brauche, um eine solche Erklärung zu veröffentlichen. Das imponiere ihm. „Ich hätte nie gedacht, dass die Linke zurück rudert.“ Ihm sei weiterhin an einem persönlichen Gespräch gelegen. Der Rassismusvorwurf habe ihn „schwer getroffen“. Er glaubt, „dass der Vorwurf politisch begründet war, und mit Kalkül in die Welt gesetzt wurde“.

 
 

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