Leuchtzeichen des Todes

Von der Zeche Theodor im heutigen Essener Stadtteil Burgaltendorf an der Ruhr steht heute nichts mehr. Aber aus der Erinnerung der Bottroper Autorin Bettina Döblitz lässt sich dieses alte Bergwerk, dessen Wurzeln bis ins 19. Jahrhundert zurück reichen, nicht verdrängen. Dort starb ihr Großvater durch einen tragischen Unfall. Ein Fehltritt im wahrsten Sinne des Wortes, der ihn 1958 etwa 800 Meter in die Tiefe stürzen ließ.

In „Leuchtzeichen“, einer von insgesamt zwölf Geschichten ihres jetzt erschienenen Erzählbandes „Gedankenspuren - Nicht alltäglich Kurzgeschichten“, berichtet sie von der Arbeit ihres Großvaters, wie er sie seinen Töchtern erzählte von denen eine ihre Mutter war. Und von der Nacht, in der ihre Mutter nicht schlafen konnte und am Himmel einen hell blinkenden Stern erblickte. Die Schwester, Döblitz’ Tante, ließ sich davon nicht beeindrucken. jedenfalls so lange nicht, bis es frühmorgens an der Tür läutete und der Bruder ihrer Oma vom Unfalltod des Vaters auf der Zeche berichtete - zur gleichen Zeit, als seine Tochter den Stern am Himmel flimmern sah.

Aber es sind nicht nur traurige Geschichten wie diese, die Bettina Döblitz erzählt. Auch eigene Erlebnisse, wie ihr erster Flug mit der berühmten Antonow, dem Doppeldecker russischer Bauart, vom Flugplatz Schwarze Heide aus, Geschichten ihrer eigenen Kinder in Bottrop oder skurrile Mordsgeschichten fanden Eingang in den Band, der sich mit seinen gerade einmal 80 Seiten zwischen Nachmittagstee und Abendessen bequem auslesen lässt.

Kleine Zeichnungen oder alte Fotografien mit Schlüsselszenen aus Kindertagen oder vom erwähnten Großvater als Bergmann auf der Zeche runden den Band ab.

 
 

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