Leser sehen Bottrops Radwege als „Zumutung“

Weniger Autos sollen aus Klimaschutzgründen über Bottrops Straßen rollen – auch die Umprogrammierung der Grünen Welle wäre eine Maßnahme.
Weniger Autos sollen aus Klimaschutzgründen über Bottrops Straßen rollen – auch die Umprogrammierung der Grünen Welle wäre eine Maßnahme.
Foto: WAZ FotoPool
Im Internet diskutieren WAZ-Leser die Idee, dass aus Klimaschutzgründen zukünftig weniger Autos über Bottrops Straßen rollen sollen. Stattdessen schlagen Experten Maßnahmen vor, die das Radfahren attraktiver machen sollen.

Bottrop.  Der Verkehr in Bottrop soll klimafreundlicher abgewickelt werden. Die Bürger sollen animiert werden, das Auto stehen zu lassen und auf das Fahrrad oder Bus und Bahn umzusteigen. Das ist ein Ziel des so genannten „Klimaschutzteilkonzepts Mobilität“, das derzeit erarbeitet wird. 25 Maßnahmen haben die Experten zunächst vorgestellt, die nun ausgearbeitet und auf Wirksamkeit überprüft werden sollen. Die WAZ hat sie vorgestellt und auf der Internetseite waz.de/bottrop haben die Leser diskutiert. Hier bilden wir Ausschnitte dieser Diskussion ab:

So kritisiert ein Leser unter dem Pseudonym „osis“ das Bottrop immer noch autofreundlich geplant werde. Mit der Folge, dass auch Autos kämen. Zu viele der Bordsteinradwege in der Stadt seien „eine Zumutung“. Wie es richtig gehe, das zeigten Städte wie Groningen oder Kopenhagen. „Aber solange es keine Strategie gegen die Autos gibt, solange wird das nicht funktionieren, das zeigen alle Praxisbeispiele. Dazu zählt auch ein rigoroses Vorgehen gehen Falschparker.“ Wer wirklich auf Radverkehr setzt, der dürfe keine Angst haben, Autos etwas weg zu nehmen, so „osis“ Appell.

Unter dem Pseudonym „rehey“ ärgert sich ein Leser über das Schlagwort Entschleunigung. Schließlich sei der Verkehr in der Stadt schon „maximal entschleunigt“. Sein Beispiel: „Die Horster Straße ab Stadtmitte – 30 Minuten für 4,5 Kilometer sind nach Adam Riese neun Stundenkilometer. Was soll denn da noch entschleunigt werden?“ Weitere Beispiele seien die Essener Straße oder die Friedrich Ebert Straße.

Kritik an den Überlegungen kommt auch von einem Leser, der das Pseudonym „schlammfahrer“ nutzt. Er hält das Konzept für „nicht zu Ende gedacht“. Werde der Verkehr „zwangsausgebremst“, rolle er nur noch im zweiten oder dritten Gang. „Dies wiederum erhöht den einzelnen Kraftstoffverbrauch und somit auch den Schadstoffausstoß.“ Wolle die Stadt zum Radfahren animieren, „sollte sie anfangen vernünftige Radwege zu gestalten“. Besonders ärgert er sich über den Schutzstreifen „Im Fuhlenbrock“: „Dort wird auch nur eine Sicherheit für Radfahrer vorgegaukelt.

 
 

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