Lauf in eine ungewisse Zukunft

Über Stock, Stein und Teer bewegen sich die Teilnehmer des 44. Bottroper Herbstwaldlauf auch am Sonntag wieder.
Über Stock, Stein und Teer bewegen sich die Teilnehmer des 44. Bottroper Herbstwaldlauf auch am Sonntag wieder.
Foto: Michael Korte
  • Am Sonntag veranstaltet Adler-Langlauf Bottrop den 44. Herbstwaldlauf
  • Auf Prosper-Haniel werden knapp 2200 Teilnehmer aus zehn Ländern erwartet
  • Organisatoren blicken mit Sorge in die Zukunft

Bottrop..  Der 44. Bottroper Herbstwaldlauf steht in den Startlöchern, nach einem Jahr Vorbereitung feiert die Kult-Veranstaltung mit Start und Ziel auf der Zeche Prosper-Haniel am Sonntag ein kleines Jubiläum. Doch am Horizont ziehen dunkle Wolken auf, was sich nicht nur auf die Wettervorhersage für das Wochenende bezieht.

„Wir könnten noch ein paar Gebete gebrauchen“, erklärt Jörg Schlegel mit einem Lachen. Die Prognose für Sonntag verspricht Läuferwetter der eher ungemütlichen Sorte, seinen Humor lässt sich der Pressesprecher des Adler-Langlauf Bottrop dadurch aber nicht vermiesen. Warum auch, drückt der Schuh für Ausgabe 44 doch an keiner Stelle mehr. Der letzte Stolperstein, die Teilnehmerzahl, löste sich spätestens am Mittwochabend mit der Anmelde-Deadline in Wohlgefallen auf: 1752 Nennungen verkündete Schlegel stolz, zusammen mit den Nachmeldungen dürfte die 2200-Läufer-Marke der vergangenen Jahre wieder spielend erreicht werden.

Apropos Teilnehmer: Im Schatten des Förderturms von Prosper-Haniel kommt übermorgen wieder internationaler Flair auf. Belgier und Niederländer laufen sich wegen dem Jürgen-Liebert-Ultralauf (benannt nach dem zu früh verstorbenen Initiator des Langstrecken-Rennens) im eigenen Rennkalender sowieso Jahr für Jahr die Füße auf dem Kurs wund. Dazu erwarten die Bottroper von Franzosen bis zu den Engländern den halben Kontinent im Pott. „Gerade der Ultralauf ist ein Alleinstellungsmerkmal in der Region, das zieht“, freut sich Jörg Schlegel über den Nationalitäten-Wettbewerb über die 50 Kilometer. Allerdings beobachtet der Pressesprecher eine Verschiebung bei den Anmeldungen, die sich von der langen Distanz auf die Mittel- und Kurzdistanz verlagern.

Ein kleines Jubiläum feiert in diesem Jahr der Start- und Zielort auf Prosper. Nach dem Brand der Dieter-Renz-Halle im Jahr 1995 bot die RAG an, der Veranstaltung Asyl auf dem eigenen Betriebsgelände zu gewähren. Eine Symbiose, die bislang fruchtete: Seit 20 Jahren verleihen Kohle und Lore dem Herbstwaldlauf ein ganz besonderes Flair. Wie lange die Laufbegeisterten noch unter dem Förderturm über die Ziellinie hechten, steht allerdings auf einem anderen Blatt. Die Zechen-Schließung 2018 rückt näher. „Wir werden dann von Jahr zu Jahr gucken müssen, wie es weiter geht“, sagt Jörg Schlegel, diesmal ohne ein Lachen.

Auch an anderer Stelle droht Ungemach. Nach 2017 kündigt das Polizeipräsidium Recklinghausen an, keine Polizisten mehr für die Querung des Alten Postweg in Kirchhellen bereitzustellen. Der Grund? Personalmangel. Die aktuelle Strecke stünde damit vor dem Aus. „Wir haben eine Task-Force eingesetzt, die sich mit dem Problem auseinandersetzt und Lösungen sucht“, hofft der Pressesprecher auf Erfolgsmeldungen.

Wenn Schlegel im Anschluss aber wieder über die 44. Ausgabe des Herbstwaldlaufs spricht, kehrt die pure Vorfreude zurück. „Es kann sowas von los gehen, die über 100 Helfer sind richtig heiß“, vermeldet das Adler-Mitglied mit gehobenem Daumen. Materialtransport am Freitag, Beschilderung und Bekreidung der Strecke am Samstag, Aufbau: Die Organisation des Traditionslaufs biegt als Erstes auf die Zielgeraden ein.

 
 

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