Kunst verbindet in Vonderort die Generationen

Beton und ein Mosaik aus zerbrochenen Kacheln ergeben die Pflastersteine, die Jung und Alt gemeinsam  in Vonderort gestalten. Sie sollen am Quellenbusch verlegt werden.
Beton und ein Mosaik aus zerbrochenen Kacheln ergeben die Pflastersteine, die Jung und Alt gemeinsam in Vonderort gestalten. Sie sollen am Quellenbusch verlegt werden.
Foto: Oliver Mengedoht / FUNKE Foto Se
  • Grundschule Vonderort und Malteserstift St. Suitbert arbeiten in einem Projekt der Kulturwerkstatt zusammen
  • Insgesamt sind 96 junge und alte Menschen beteiligt
  • Gemeinsam gestaltete Mosaike sorgen für Farbtupfer im Grau der Straße

Bottrop.  „Kunst quer über die Straße“: Das ist das Motto, unter dem Kinder und Senioren in diesen Tagen gemeinsam an der Verschönerung des Quellenbuschs arbeiten. Insgesamt 39 handgefertigte Mosaik-Pflastersteine werden bald das triste Grau des Bürgersteigs um ganz individuelle Farbtupfer bereichern. Dafür sitzen Bewohner des Malteserstifts St. Suitbert und Schüler der Gemeinschaftsgrundschule Vonderort nun zwei Wochen lang vier Stunden täglich zusammen und rühren Beton an, gießen Steine, zerbrechen farbige Fliesen und leben sich künstlerisch an ihnen aus. „Dieses Projekt soll eine bleibende Verbindung zwischen den beiden Einrichtungen schaffen“, sagt Andreas Kind, Leiter der Kulturwerkstatt und Mittler zwischen städtischem Tiefbauamt und dem Künstler Robert Kaller, der vor zwei Jahren in Dortmund Deutschlands erste Mosaikbau-Schule eröffnete.

96 junge und alte Menschen nehmen an dem Projekt teil, das sich von der Konzeption bis zum Abschluss der Bauarbeiten über zwei Jahre erstreckt und, so Kind, „zu 100 Prozent“ aus Bundesmitteln finanziert wird. Neben dem Mosaikbau können sich die Teilnehmer etwa auch in der Malerei oder der Keramik versuchen. Projektpartner der Kulturwerkstatt ist die Bundesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendbildung (BKJ). Der bauliche Aufwand für die Stadt werde sich in engen Grenzen halten, sagt Frank Skiba, zuständig für die Straßenplanung beim Tiefbauamt.

Neben dem rein künstlerischen Aspekt hebt Kind den sozialen hervor: „Hier findet ein Austausch der Generationen statt, Jung und Alt kommen in den Dialog. Davon profitieren beide Seiten.“ Ungefähr zwei Stunden dauert es, bis einer der 15 bis 20 Kilogramm schweren Steine fertiggestellt ist, bei sommerlichen Temperaturen weitere zwei Stunden, bis er abgebunden ist. „Beton mischen macht am meisten Spaß“, sagt Max (8).

Echte Unikate

Das Mosaik wird zunächst auf Sand gelegt, ehe es dann eins zu eins auf den Beton übertragen wird. „Echte Unikate“, betont Kaller, dem Studenten seiner Mosaikbau-Schule im Rahmen eines Praxismoduls zur Hand gehen. Eine von ihnen ist Uta Jakob. Ihre Motivation ist so einfach wie edel: „Ich möchte Städte verschönern.“ Gerade Ruhrgebietsstädte bieten da viel Potenzial.

Dass die Pflastersteine alle Anforderungen des Tiefbauamts erfüllen, ist selbstredend. „Stufe R10, absolut rutschfest“, erklärt Kaller, „da können nachher Elefanten drüber laufen und Dreißigtonner parken.“ Ein spezieller Zusatz schützt den Beton gegen die Witterung. Bis die „Kunst quer über die Straße“ zu bewundern ist, werden allerdings noch einige Monate ins Land gehen. Kaller hofft, dass es im Winter so weit sein wird.

 
 

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