Kreatives aus dem Koffer

Julia Baransky
Das Stöbern in den Koffern und die Jagd nach manch selbst gebasteltem Schätzchen macht den Besuchern im Lokschuppen sichtlich Freude.
Das Stöbern in den Koffern und die Jagd nach manch selbst gebasteltem Schätzchen macht den Besuchern im Lokschuppen sichtlich Freude.
Foto: WAZ FotoPool
Im Lokschuppen fand der erste Bottroper Koffermarkt statt. Händler boten selbst hergestellte Produkte an. Viele Besucher bummelten über den Markt und stöberten durch die kreativen individuellen Angebote.

Bottrop.  Beim ersten Koffermarkt im Lokschuppen werden nicht – wie es vielleicht manch einer vermuten könnte – Koffer aller Art angeboten. Die Koffer werden vielmehr als kreative Ausstellungsplattformen genutzt, in denen die Verkäufer ihre selbst hergestellten Produkte anbieten.

Vor den hohen Backsteinmauern des alten Zechengebäudes bieten die Händler ihre kreativen Angebote dar. So gibt es an einem Stand etwa selbstgenähte Kosmetik- und Handytäschchen. Der mit Blümchen verzierte Stoff findet vor allem bei weiblichen Besuchern Anklang. An einem anderen Stand locken Postkarten mit Motiven, die der Händler selbst fotografiert hat.

Premiere als Verkäuferin

Kerstin Thiemann verkaufte zum ersten Mal ihre selbst gebastelten Produkte: „Bisher habe ich die Sachen, die ich hier anbiete, nur an Freunde und Verwandte verschenkt. Meine Schwester hat mich darauf aufmerksam gemacht, dass ich meine Basteleien hier verkaufen könnte.“ Und Recht hatte sie, denn Kerstin Thiemann bietet außergewöhnliche und individuelle Dinge an. „Dinge mit Herz und Verstand“, sagt Thiemann selbst. Da findet man beim Stöbern in ihrem Koffer „Mutterschutzengel“. Die Flügel waren mal eine Schraubenmutter und der Körper des Engelchens ist aus einem triangelförmigen Stück Metall geformt.

So ein Bummel über den Markt inspiriert aber auch: Warum immer alles kaufen, wenn man aus alten Dingen auch Neue machen kann? Die Händler machen es vor und geben Tipps, wie man dieses oder jenes Produkt in Eigenregie selbst gestalten kann. Allerdings verraten sie nicht all ihre Geheimnisse, denn sie wollen schließlich verkaufen.

Ob auf der Suche nach einem Geschenk für die Oma, aus Neugier oder nur zum Bummeln – hier geht wahrscheinlich kaum einer ohne eine Kleinigkeit hinaus. Für die noch Unentschlossenen war das Kaffee- und Kuchenangebot im Nebenraum genau das Richtige, um alles auf sich wirken zu lassen und sich in Ruhe zu überlegen, ob das schöne Tuch, dass man vorhin hat zurück legen lassen, nicht vielleicht doch noch in die Einkaufstasche wandern sollte. Verlockungen dieser Art gibt es hier schließlich reichlich

„Beim Koffermarkt kann jeder mitmachen. Einzige Bedingung ist, dass selbst gemachte Sachen angeboten werden. Hier gibt es nur Einzelstücke. Deswegen ist hier auch so ein breites Publikum vertreten, weil hier jeder etwas finden kann“, so Organisatorin Silke Lambert. Bewerben können sich Interessenten im Internet unter: www. glueckskoffer.com. Dort stehen die Termine für die nächsten Koffermärkte.