Konzert mit Liedern von Johnny Cash am Hof Jünger

Die "Johnny Cash Experience"-Band
Die "Johnny Cash Experience"-Band
Foto: FUNKE Foto Services
Die vierköpfige „Johnny Cash Expierence“-Band begeisterte ihr Publikum. Die Interpretationen der Songs des Kultsängers kamen bestens an.

Bottrop-Kirchhellen..  Johnny Cash – eine Legende. Der US-Sänger und Komponist (1932 – 2003), der eigene heftige Krisen bewältigte und immer wieder neu startete, hat in Deutschland viele Fans.

Weniger, weil er auch deutsche Lieder sang. Mehr, weil er ein charismatischer Charakter war, der Millionen Schallplatten und CDs von seinen rund 500 Songs verkaufte. Und damit in die Musik- und Kulturgeschichte einging.

Seine Konzerte in US-Gefängnissen machten ihn, so merkwürdig dies klingen mag, weltweit berühmt – als gesellschaftskritisch engagierter Künstler. Die Vierer-Bande „Johnny Cash Experience“ vom Niederrhein kultiviert seit Jahren die Erinnerung an den Musiker. Das Weseler Team um Bassbariton Joe Sander alias Jochen Schulte alias J. Cash gastierte im voll besetzten Hof-Jünger-Saal: Und feierte einen Erfolg.

Hatte Frontmann Joe zunächst noch eigene stimmliche Defizite (nach einem viereinhalbstündigen Auftritt in der vergangenen Woche) beklagt, festigte sich sein tiefgründiger Cash-„Sound“ nach wenigen Nummern. Er besitzt eine markante Ausstrahlung, moderiert mit ironischen Zwischentönen und singt die mehr oder minder bekannten Hits, als wenn sie nur für ihn geschrieben worden wären. Er ist ein souveräner Nachfahre für den „man in black“. Zusammen mit den Partnern Olaf Hermann (bestens an Gitarre, Mundharmonika, Gesang), Oliver Janke (Bass) und Thomas Pelzer (ein energiegetriebener Drummer) bildet er eine verschworene Gemeinschaft. Seit 2009 ist die Band, die fünf CDs auf den Markt brachte, „on tour“.

Von „Solitary man“ über „Cry, cry, cry“ bis zu „Walk the line“ durchwanderte das Publikum (Grau- und Weißhaarige dominierten) die US-Landschaft der 50er bis zu den 90er Jahren – die Hoch-Zeit für Johnny und seine Charts-Bestseller. In ihr spiegeln sich viele US-Kapitel des 20. Jahrhunderts. Cash trat vehement gegen Kriege und für den Frieden in der Welt ein. Das macht ihn auch gut zehn Jahre nach seinem Tod zu einer internationalen Kult-Figur. Sander und Co. kommen ihm musikalisch bemerkenswert nahe.

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