Kollegium fördert die Vielfalt

Für das Engagement beim Projekt „Vielfalt fördern“ überreichte Heike Sulimma vom Kompetenzteam Gelsenkirchen eine Plakette an Jochem von Schwerdtner.
Für das Engagement beim Projekt „Vielfalt fördern“ überreichte Heike Sulimma vom Kompetenzteam Gelsenkirchen eine Plakette an Jochem von Schwerdtner.
Foto: FUNKE FotoServices

Bottrop..  Jedes Kind ist anders. Und Mädchen und Jungen in ihrer Vielfalt faire Chancen im Schulalltag zu geben und zum Erfolg zu führen, stellt Lehrerinnen und Lehrer zunehmend vor große Herausforderungen. Das Kollegium der Willy-Brandt-Gesamtschule nahm diese Herausforderung vor zwei Jahren an, als Schulministerium und Bertelsmann Stiftung zum Projekt „Vielfalt fördern“ aufriefen. Vom Kompetenzteam Gelsenkirchen gab es jetzt dafür eine Plakette.

„Es war ein richtiger Kraftakt“, resümiert Schulleiter Jochem von Schwerdtner. „Aber es hat sich gelohnt.“ begleitet von Moderatoren des Kompetenzteams Gelsenkirchen haben inzwischen über 75 Lehrerinnen und Lehrer die umfangreiche, rund 80-stündige Fortbildung durchlaufen, sich in verschiedenen Modulen beispielsweise zu Teamentwicklung und kompetenzorientierten Unterrichtsmethoden weitergebildet. Über 1000 Schülerinnen und Schüler aus vier Jahrgängen der Sekundarstufe I profitieren vom neuen Lehransatz.

So gibt es auf den Fluren dieser Jahrgänge jeweils einen Teamraum für die Lehrer, die in diesen Klassen unterrichten. „Hier gibt es regelmäßigen Erfahrungsaustausch und wöchentliche Teambesprechungen - beispielsweise zu Planung von Unterricht und Klassenarbeiten sowie pädagogische Absprachen“, erläutert Alexandra Beckmann, Sprecherin Unterrichtsentwicklung. „Zunächst gab es natürlich viel Skepsis gegenüber dem scheinbaren Mehraufwand und es lief nicht ruckelfrei“, gibt der Schulleiter zu. Denn den einzelnen Schüler ins Blickfeld zu rücken, seine persönlichen Potenziale und Interessen zu erfassen, dementsprechend verschiedene Lernmöglichkeiten zu eröffnen und damit die individuelle Förderung in den Vordergrund zu stellen, sei letztlich auch einem Paradigmenwechsel gleichgekommen.

„Unterricht in dieser Form lässt sich nachhaltig nur gemeinsam - also im Jahrgangsteam - entwickeln, und durch die Zusammenarbeit werden die einzelnen Lehrkräfte auf Dauer auch wieder entlastet“, erläutert von Schwerdtner.

Um den unterschiedlichen Fähigkeiten der Schülerinnen und Schüler gerecht zu werden, gibt es beispielsweise differenzierte Arbeitsblätter mit einer Grundaufgabe, die alle lösen müssen, sowie verschiedene aufbauende Aufgaben unterschiedlicher Schwierigkeitsgrade. „Dabei ist natürlich viel eigenständiges Lernen gefragt, das wiederum manche Schüler überfordert“, so Beckmann. „Doch die Lehrer können nun individuell darauf eingehen, so dass letztlich alle Schüler zu vergleichbaren Ergebnissen kommen.“ Wöchentlich werden zudem soziale Ziele in den Blickpunkt der Klassen gerückt, beispielsweise höfliches Begrüßen oder das Vermeiden von Beleidigungen geübt.

Das Projekt ist zwar zeitlich befristet, „doch die Strukturen sind nun da und wirken nachhaltig. Die Förderung der Vielfalt ist aus dem Schulalltag nicht mehr wegzudenken“, so von Schwerdtner.

 
 

EURE FAVORITEN